Theatertipps: Nachwuchs

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BUNDESWETTBEWERB GESANG BERLIN
Internationale Opern Akademie Antwerpen | Gent
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Internationale Opern Akademie Antwerpen | Gent - MOZART GOES ROYAL

15.4.2018 | Hinter dem schwarzem Vorhang auf der Bühne des Opernhauses Gent verbarg sich schon die Dekoration zur geplanten Produktion Titus - davor präsentierten Absolventen der internationalen Opern Akademie Belgiens bereits Arien und Szenen aus Mozarts letzter Oper. Aber auch andere Mozart Werke standen auf dem Programm des 'Mittagskonzertes' in der Flämischen Oper, wo diesmal der Zuschauerraum mit seinen Rängen und Logen eine wunderschöne Szenerie bot.
Daß das kein Konzert im klassischen Sinne wurde, darauf wurden die Besucher gleich bei der Ouvertüre zu Idomeneo eingestimmt. Die beiden Pianisten Mario Maiguel und Nina Sené interpretierten gerade auf dem Flügel zu vier Händen Mozarts Musik, da stürmten schon lustvoll die fünf Sänger den Zuschauerraum und zeigten leidenschaftlich gegenseitig das emotionale Zusammensein untereinander. Denn darum ging es in der gut einstündigen Aufführung bei Mozarts verschiedenen Opern; Liebe oder Politik waren Grundlagen für die musikalische Äußerung der Sänger.

Daß das alles einen logischen, optischen Zusammenhalt bot, dafür sorgte die Regie von Wolfgang Gruber. Der international erfahrene Regisseur stimmte die Sänger für ein Miteinander ein und sorgte dafür, daß es nie zu einem Rampensingen kam. Er verknüpfte optisch die dreizehn Beiträge miteinander (die inhaltlich kaum etwas miteinander zu tun hatten) zu einem großen wirkungsvollen Ganzen, dem man mit Vergnügen zusah. Immer stand der Mensch mit seinen Gefühlen im Mittelpunkt und interpretierte mit seinem Gesang Mozarts Musik, die für einen Sänger eigentlich das 'Maß aller Dinge' ist. Der Zuschauer blieb mit Aug und Ohr bei der Sache.

Die Hochschulabsolventen gaben ihr bestes: Diana Santos (Mezzo), Lissa Meyvis (Sopran), Alberto Lorenzo Martínez (Bariton), Benoit-Joseph Meier (Tenor) waren mit Begeisterung bei der Sache. Elisa Soster (Sopran) konnte sich schon bei ihrem Operndebüt als Gilda feiern lassen. Die beiden Pianisten waren sichere musikalische Begleiter.

Die Zuschauer im gut besuchten Genter Opernhaus sparten zu Recht nicht mit Beifall. In Antwerpen kann man am 13.5.18 noch einmal den belgischen Opernnachwuchs mit diesem szenisch-musikalischen Ereignis erleben.


FOLKWANG - Universität der Künste - STUDIENGANG MUSICAL - Abschlußprüfung 2018

3.2.2018 | Die Absolventen der Essener Musical-Klasse hatten an ihrem eigenen Abschlußabend noch einmal Gelegenheit, ihr Können eindrucksvoll unter Beweis zu stellen. Bei der Absolventenpräsentation der ZAV zwei Wochen zuvor standen die Essener Studenten im direkten Vergleich zu den Kommilitonen der anderen Ausbildungsinstitute. Damals gab es eine kurze rasante Show mit viel Tanzeinlagen, in dem die fünf Essener nicht viel Zeit hatten, ausgiebig auf ihr Können aufmerksam zu machen. In ihrer Essener Abschlußprüfung gab es Zeit und Gelegenheit zu zeigen was man kann und gelernt hat. Leider mußte wohl die Inszenierung dieser 'Modulabschlußprüfung 2018' verändert werden, fehlte doch ein Student, warum auch immer, der für die ZAV noch eingesetzt wurde.

Jeder der teilnehmenden Studenten hatte in seiner Abschlußprüfung nach einem gemeinsamen Opening seinen eigenen Teilblock von drei Gesangsstücken. Nach der Pause gab es von jedem ein Stevie Wonder Titel, der 14 Tage zuvor bekannt wurde und entsprechend schnell erarbeitet werden mußte. Vielleicht lag es an dem Titel, aber da fiel ein gewisser Unterschied in der Präsentation schon auf. Danach gab es Szenen mit Musik; Sprechtechnik und Darstellung einer Szene waren gefordert.

Unterstützt wurden die 4 Absolventen von den Kollegen, die ihre Prüfung noch vor sich haben. So gab es nicht nur den Solobeitrag, sondern jeder hatte Unterstützung vom Ensemble, was alles schön auflockerte.

Musikalisch hätte es unter der Leitung von Patricia Martin am Flügel etwas opulenter präsentiert werden können; anfangs wechselte sie sich nur in der Solobegleitung mit Michael Mills ab. Da freute man sich schon, wenn Sebastian Gerhartz mit Saxophon oder Klarinette die musikalische Begleitung ergänzte. Erst zuletzt wurden die Begleiter zu einer Band, was natürlich den Beitrag der Sängerinnen und des Sängers aufwerteten.

Anneke Brunekreeft, Lina Gerlitz, Sarah Wilken und Marvin Schütt haben mit diesem Abend ihr Musical-Studium grandios abgeschlossen. Weniger auf Tanz (wie bei der ZAV-Präsentation), sondern Gesang und Szenenpräsentation standen an diesem Abend im Vordergrund.

Die Damen machten es dem Zuschauer mehr als schwer, eine Favoritin für sich zu entdecken. Jede hatte, sei es im darstellenden Spiel, bei der Komik, sei es bei der Qualität der Stimme Gelegenheit, die Unterschiede voneinander zu zeigen; das war bei ihnen alles exzellent. Die eine sang vielleicht in allen Lagen etwas runder, dafür glänzte die andere als Schauspielerin in ihrem Beitrag. Ich habe es irgendwann für mich aufgegeben, Noten zu verteilen, alle bekamen bei mir eine 2+.
Da hatte es Marvin Schütt im direkten Vergleich schon einfacher, war er doch als Solist mit seiner schönen tenoralen Stimme männlicher 'Hahn im Korb' mit sympathischer Präsenz und Ausstrahlung. Sein Beitrag aus 'Copacabana' mit dem Ensemble war für mich aber schon der Höhepunkt des kurzweiligen Vorstellabends in der neuen Aula der Folkwang Universität der Künste.

Da kann man allen nur wünschen, daß sie ihr Können schnell und weiterhin erfolgreich im Engagement auf einer Bühne unter Beweis stellen können. Die Namen sollten man auf jeden Fall sich merken.


ABSOLVENTENPRÄSENTATION MUSICAL | ZAV - Künstlervermittlung der BA

19.1.2018 | Die Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist mit seinen Vermittlungsstellen, die die verschiedenen Sparten der darstellenden Kunst betreuen, die größte Künstleragentur im deutschsprachigen Raum. Im Bundesgebiet verteilt, betreuen diese Agenturen gezielt bereits im Engagement befindliche Künstler und den Nachwuchs, der von den jeweiligen Hochschulen ausgebildet wird.
Regelmäßig veranstaltet die Abteilung Musical eine Präsentation der Hochschul-Absolventen der Ausbildungsinstitute Berlin, Essen, München, Osnabrück und Wien. Interessierte Künstleragenten und Produzenten aus Theater, Film und Fernsehen, sowie Interessierte Kollegen besuchen diese außergewöhnliche Präsentation und beobachten mit Spannung und Vergnügen, was der Bühnennachwuchs nach dem Fach-Studium anbietet. Denn der Bedarf an Künstlern für internationale Theater und Gastspielbühnen ist seit Jahren enorm. Selten gibt es das in der Oper, aber in der Musical-Branche werden häufig Uraufführungen der Welt geboten und bieten somit Engagements für Musical-Darsteller.

An zwei Veranstaltungstagen bot die Folkwang Universität zu Essen in der neuen Aula die Abschlußarbeiten der Hochschul-Absolventen. Auffallend ist sofort, daß für den Ausbildungsweg jede Hochschule eine teilweise andere Philosophie für Ausbildung und Können zu Grunde legt und ihre Präsentation auch entsprechend individuell gestaltet.

Die gastgebende Folkwang Universität der Künste, Essen, begann und fünf Studenten|innen (3w, 2m) servierten eine rasante Show mit Tanz und Gesang, die die Zuhörer sofort für sich einnahmen.

Das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, Studiengang Musical/Vokalpädagogik, schickte neun Studenten|innen (5w, 4m) zur Show. Hier fiel auf, daß neben dem Können von Gesang und Tanz, die Osnabrücker Hochschule auch bei optischen Kriterien ihre Studenten nicht ausschloss. Alle bewegten sich mit viel Elan, Lust und Witz auf der Bühne und das Publikum erfreute sich über manch dargestellten Typen.

Der Studiengang Musikalische Unterhaltung der Privatuniversität Wien verfolgte in der Präsentation seiner Absolventen einen anderen Hintergrund. Auf Stühlen in einem Halbrund aufgestellt nahmen die Studenten (5w, 3m) Platz und zeigten im Vordergrund dann ihr außergewöhnliches Können vor allem beim Gesang. Das sie auch tanzen und Texte sprechen können, verstand sich dann von selbst, was man in Dialog-Szenen und in der Ensemblearbeit sehen konnte. Was dem Zuschauer im Gedächtnis blieb: aus Wien hörte man vor allem gute und gut ausgebildete Gesangs-Stimmen.

Mein ehemaliger Professor gab der Theaterakademie in München seinen Namen. Die Leistung der sechs Studenten (3 w, 3m) konnte sich sowohl beim Tanz als auch im Gesang sehen und hören und lassen. Eine taktisch kluge Besonderheit wurde dem Auditorium geboten. Jeder der Münchener Mitwirkenden bekam während der Show seinen Auftritt als Block mit zwei Gesangstiteln und einer Dialogszene. So hatte der Zuschauer Gelegenheit, einen guten nachhaltigen Eindruck von der Person zu bekommen.
Bei den anderen Shows gab es ja oft immer einen rasanten Wechsel der Mitwirkenden.

Den 'Vogel schoß' aber eindeutig die Universität der Künste Berlin mit seinen Studenten (5w, 5m) des Studiengangs Musical/Show ab. Da hatte man sofort das Gefühl, die können richtig Sprechen, alle haben eine fundamentierte Ausbildung auch in der Sprache gehabt; natürlich wurde auch beim Gesang und Tanz das Talent der jungen Menschen auf hohen Grad weiter entwickelt. Hier wirkte die Präsentations-Show auf sehr hohem Niveau.
Ohne die Leistung aller anderen der teilnehmenden Hochschulen zu schmälern, komme ich nicht umhin, einen Berliner Absolventen namentlich in höchsten Tönen zu loben: Helge Mark Lodder. Bereits beim Opening zeigte er eine tänzerische Höchstleistung. Daß er sehr gut singen und sprechen kann war dann fast schon selbstverständlich. Das Finale der Show des Berliner Ensembles krönte er mit einem Spagat. Seht her, was er alles schon kann!!!

Nach sieben Stunden Absolventenpräsentation waren die BA-Agenten, Zuschauer und Mitwirkenden alle glücklich über das Geleistete und Gesehene. Wer Lust und Zeit hatte, konnte am darauf folgenden Tag noch mal sich an den jungen Künstlern erfreuen.


FOLKWANG - Universität der Künste - Szenen und Arien

12.1.2018 | In diesem Werkstattkonzert gaben die Studierenden der Opernklassen Zeugnisse ihres aktuellen Leistungsstandes. Die szenische Leitung hatte Susanne Frey, die musikalische Ana-Maria Dafova. Präsentiert wurde Ergebnisse des regulären, szenischen Unterrichts der einzelnen Klassen der unterschiedlichen Jahrgänge.
Ansprüche an die szenische Optik durfte man natürlich nicht haben, mußten doch beim Unterreicht einfachste Mittel als Requisiten oder Bühnenbildteile herhalten; dabei fehlten auch nicht leicht defekte Schirme, mit denen man dann sich beim Giovanni-Sextett im Kreis bewegte. Die einzelnen Szenenbeiträge waren aber stimmig von allen Beteiligten erarbeitet, sollen doch später die Studenten mal als Opernsänger auf der Bühne stehen und nicht nur auf dem Konzertpodium.

Herausragend angenehm fiel Elisabeth Pilon als Olympia auf. Mit dieser auch wunderbar szenisch gestalteten Offenbach-Arie kann die junge Sängerin sofort zu einem Gastspiel aufbrechen. Stimme und Spiel waren sehens- und hörenswert.

Einige Ausschnitte vor allem von Mozarts Figaro und Giovanni wurden von den Studierenden gezeigt. Hierbei konnte sich Kejti Karaj als Gräfin und Donna Elvira mit großem schön geführten Sopran hervorheben.

Bei den Herren machte John Lim als Figaro oder Leporello auf sich aufmerksam. Von Robin Grunwald hätte ich gern mehr gehört als sein Masetto-Rezitativ.

Alles in allem war es ein kurzweiliger und kurzer Werkstatt-Abend in der gut besuchten Alten Aula der Folkwang-Hochschule zu Essen.


Internationale Opern Akademie Antwerpen | Gent MOZART IN ÄGYPTEN

22.12.2016 | Unter diesem Titel präsentierten Sänger der belgischen Opern-Akademie eine 'Semi-Szenische' Kollage rund um die Figur des Papageno im wunderschönen Opernhaus der Flämischen Oper in Antwerpen. Nicht nur Mozart wurde zu Gehör gebracht, sondern auch Zeitgenossen, die sich seinerzeit mit dieser Figur und dem Thema beschäftigt haben. So wurden Arien und Szenen aus 'Das Labyrinth' (P.v.Winter) und 'Der Stein der Weisen' (W.A.Mozart, J.B.Henneberg, B.Schack., F.X.Gerl, E.Schikaneder) geboten. Auch Mozarts Zauberflöte wurde natürlich würdig mit Ausschnitten bedacht.
Hahn im Korb -sorry Vogelmensch- war natürlich die Figur des Papageno. Artur Rozak konnte sich mit sympathischer Darstellung und einer schönen Stimme in allen Lagen sofort in die Herzen des fachkundigen Publikums einbringen. Ihm zur Seite profilierten sich als wirksame Gesangs- und Spielpartnerinnen Sylvie Bedouelle, Margarida Hipólito und Morgane Heyse, die einmal eine Dame, Pamina oder auch -gleich zweifach vorhanden- Papagena waren.
Auf dem Programm angekündigt als 'Concert', entpuppte sich der Mittag aber als höchst amüsantes, flottes und lockeres Szenenspiel zwischen den Sängern, in dem es um Liebe oder Trauer geht. Mit J.W.v.Goethes Dialogen aus der Zauberflöte wurden auch inhaltliche Aspekte gewürdigt. Wolfgang Gruber, Dozent der Akademie, war als szenischer Leiter Garant für ein fachkundiges Händchen, um auch dem Auge immer etwas zu bieten. Die Sänger|-innen wurden von ihm gut 'eingestell' und agierten immer stimmig.
Da hielt sich bei diesem Konzert niemand am Flügel fest, der von Aymeric Catalano bestens bespielt wurde; die Sänger wußten, daß von ihm eine optimale Begleitung gegeben war. Ein Höhepunkt für die Zuhörer war die von ihm gespielte Ouvertüre zu 'Das Labyrinth' von P.v.Winter.
Alles in allem war das eine mehr als hörens- und sehenswerte Präsentation von jungen Sängern. Da darf man sich schon jetzt freuen, diese jungen Stimmen auf einer Bühne wieder zu hören.


FOLKWANG - Universität der Künste - LE NOZZE DI FIGARO

12.12.2016 | Da hat das Team der Folkwang-Hochschule in Essen-Werden einen großen 'Brocken' realisiert; Orchester, Sänger und Choreographen waren daran beteiligt, damit Mozarts Oper mehr als erfolgreich aufgeführt werden konnte. Alle Semesterklassen waren daran beteiligt; einige Partien wurden doppelt besetzt, die ich mir auch ansehen und -hören konnte.
Garant für die szenische Realisierung war Georg Rootering. Er stellte das junge Ensemble geschickt auf diese schwierigen Rollen ein und wählte einen wirklich tollen Weg, indem er die Geschichte um die Hochzeit des Figaro nicht in einem herrschaftlichen Rahmen der Vergangenheit ansiedelte, sondern in der Jetztzeit. Die Rollenprofile waren junge Menschen. Graf und Gräfin wohnten und lebten modern; er spielt Golf, sie hielt sich mit Fitnesstraining bei guter Figur. Das Bild schuf Alexandra Tivig; eine Kulisse mit weißen verschiebbaren Wänden, den notwendigen Türen und einem großen Fenster, aus dem man ja mal springen muß. Je nach Notwendigkeit wurde von den Protagonisten oder der Technik ein neuer Raum erschaffen. Ein besonders effektvoller Kunstgriff waren die Projektionen einer Landschaft mit Tieren für das Nachbild, das so gar nicht dunkel wirkte. Die Kostüme wirkten dezent modern; die kleinen Sängerinnen der Gräfin mußten auf sehr hohen Stöckelschuhen agieren. Die farblichen Akzente halfen vor allem im Gartenbild für erklärende Optik.
Gespielt wurde mit Tempo, die Sänger waren gut für die Situation eingestellt, so daß kein Leerlauf auf der Bühne aufkam. Die Geschichte, die alle immer in neue verwirrende Situationen bringt, konnte durch Türen und Fenster meist erstaunlich sicher gelöst werden. Nur bei der Auflösung im Schlußbild zum Thema 'wer ist jetzt wer', konnte das Bild nicht weiter helfen. Mir fällt dazu nur eine alte Grillo-Aufführung ein, wo das von Paul Hager genial gelöst wurde. Gräfin und Susanne kamen aus verschiedenen Räumen, hier Pavillon, im gleichem Kostüm. Bei Götz Friedrich in Hamburg konnte man ahnen, daß die Rollenträger nicht nur auf den Auftritt warteten und im Versteck das Thema Liebe beim Wort nahmen.
Das spielte bei der tollen Aufführung jetzt in Essen aber wirklich nur eine untergeordnete Rolle, vielleicht fehlte auch die Zeit. Unter der musikalischen Leitung von Xaver Poncette spielte sein Folkwang-Orchester flott und durchaus sicher auf und gab allen Sängern eine sichere Basis für Stimme und Spiel.
Jehak Jung war in allen Aufführungen der Figaro. Seine Stimme verfügt über einen satten Bass, der sofort anklingt und bei den notwendigen Höhen keine Probleme erkennen läßt. Sympathisch gestaltet er seine Figur mit viel Spiellust, bei der man eventuell etwas mehr Gegenwehr zum Grafen erwartet hätte.
Graf Almaviva war bei zwei Aufführungen mit Zhive Kremshovski überragend dargestellt. Sehr genau und immer richtig schildert er einen jungen Draufgänger, dem es nur um 'das Eine' geht und der sein Gesicht wahren will. Auch musikalisch lag ihm diese Rolle, konnte er doch seinen tiefen Bariton angenehm zu Gehör bringen. Mozart ist für alle das Maß aller Dinge, was er auch bei den Rezitativen gekonnt zeigte.
Die Susanna von Seonkyong Jeong war auch durch Stimme und Spiel eine sehr angenehme Partnerin für die Herren auf der Bühne. Mit Mozart kam ihre Stimme sehr gut zurecht.
Seungyeon Han konnte mit der Gräfin zeigen, daß sie ihrer klare Stimme ohne Probleme für diese Mozart-Partie einsetzen kann; vielleicht hätte sich mancher Zuhörer mehr 'Gefühl' in der musikalischen Gestaltung gewünscht.
Boshana Milkov kam mit der Hosenrolle des Cherubino bestens zurecht, die sie auch in allen vier Aufführungen gestalten konnte. Ihren schönen Mezzo setzte sie im Spiel und bei Rezitativen und Arien leicht und sicher ein. Das war ein Genuß, sie auf der Bühne zu verfolgen.
Bei den weiteren Rollen fiel vor allem Benjamin Hoffmann als Richter Don Curzio durch sehr genaues Spiel auf, konnte er sich doch gesanglich nur in den Ensembles profilieren. Ebenso gefiel Emily Dilewski als Barbarina, die dazu ihre Sopranstimme bei der Nadelsuche schön erklingen lassen konnte. Eine Augen- und Ohrenweide waren die vier jungen Chor-Solistinnen.

Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man eine Aufführung mit einem Lächeln verläßt und nicht verärgert, wie es mir zuletzt in Essen ergangen ist. Alle Sängerinnen und Sänger sind noch in der Ausbildung und einige schon auf den Weg, bald die Bühnen der Welt zu erobern. Da kann man schon jetzt die Daumen drücken!


FOLKWANG - Universität der Künste - Preparadise sorry now

3.11.16 | Essens Talentschmiede, sorry - auch die Bochumer, konnte wieder den Nachweis für deren hochbegabte Studenten|innen unter Beweis stellen. Bochum deshalb, da das Folkwang-Institut Schauspiel in Bochum angesiedelt ist.
In der Essener 'Alten Aula' gab es die Regie-Diplomarbeit von Anne-Kathrine Münnich zu bewundern. Sie wählte für ihre Abschlußarbeit Rainer Werner Fassbinders Stück aus dem Jahre 1969. Fassbinder nahm eine Mordserie an Kindern als Vorlage für sein Werk; die beiden Jugendlichen Ian und Myra hatten für ihre Taten wiederum ihre Anregung durch die Lektüre von Marquis de Sade und den Ergüssen von Adolf Hitler gefunden.

Amelie Barth, Carl Bruchhäuser, Lorenz Nolting, David Vormweg und Michael Wischniowski spielten auf aufgetürmten Podesten, die von Leuchtröhren eingerahmt wurden (Bühne Mara Henni Klimek). Eine Rollenzuordnung gab es im Programmzettel nicht; die Gleichwertigkeit der Rollen wurde so betont. Eins konnte man allen fünf Schauspielern attestieren, Sprachkultur und Gesangskunst waren exzellent. A-capella durften sie Henry Purcells Musik mit wohl klingenden Stimmen sicher intonieren.
Aber auch in der Personenzeichnung konnten die Darsteller glänzen. Einige hatten in den fragmentarischen Bildern neben eines Machomenschen auch weibliche Figuren herzustellen, dezent und absolut glaubwürdig, um eine 'Gesellschaft von Unterdrückung, Demütigung und Diskriminierung' zu zeigen. Das zeigte sich immer wieder in Kraftakten untereinander und vor allem beim Thema Sex - wie eben Jugendliche sind.

Die Regisseurin offenbarte sich in den Kostümen von Mirjam Pajakowski als Fassbinder-Kennerin. Für Fassbinder war es in seinen Filmen wichtig, optisch oft homoerotische Reize zu zeigen. Bewußt versuchte er so, seine Lust an Dingen auf den Zuschauer zu übertragen.
Die Folkwang-Darsteller zeigten ihren Körper nur in engen weißen Slips und Hemden. Die jungen, körperlich gut trainierten Schauspieler wurden so auch für den Theaterzuschauer eine optische Augenweide mit ihren nackten Armen und Beinchen; selbst oder gerade weil sie oft schonungslos mit ihrem Gegenüber umgegangen sind.
Nach dem Besuch dieser Aufführung braucht man sich keine Sorgen um die Zukunft der Schauspiel-Szene zu machen.


FOLKWANG - UNIVERSITÄT DER KÜNSTE - BELCANTO

Am 1.7.2016 zeigten Gesangs-Studenten der Klassen von Prof. Rachel Robbins und Prof. Wolfgang Millgramm Proben ihres Könnens, was sie bisher auf der Essener Künstlerschmiede erlernt haben. Dabei waren schon Stimmen, die sofort aufhorchen ließen.
Allen voran ist Zhive Kremshovski zu nennen. Er verfügt über eine große, tiefe Stimme mit sicherer Höhe, die auch dramatische Passagen scheinbar ohne Probleme löst und er bietet eine kantable Mittellage. Mit Onegins Arie in russischer Sprache war er für mich der Höhepunkt des Abends. Neben dem Gesang ist es dabei unabdingbar, daß das Wort formuliert wird, man auch hört, daß der Sänger weiß, was er singt. Bei ihm hatte man keine Sekunde Sorge, daß es nicht so ist. Zu Recht hat er diese Arie bei "you tube" ins Netz gestellt.
Sungmin Kang glänzte mit Verdis Fenton-Arie und bot einen lyrisch geprägten ansprechenden Tenor ohne Höheprobleme. Die Arie "Dein ist mein ganzes Herz" bot zudem die notwendige Textverständlichkeit mit ausdrucksstarker Bühnenpräsenz.
Aber auch die anderen Sänger|innen lassen aufhorchen. Benjamin Hoffmann bot als Tamino mit den drei Damen einen kräftigen, schön timbrierten Tenor, auf den sich aufbauen läßt. Man sieht bei ihm, daß er gerne auf der Bühne steht und etwas darstellt, was man manch anderen nicht attestieren kann. Bei einigen hat man das Gefühl, daß sie gar nicht wissen, was sie singen.
Auch Boshana Milkov bestätigte beim Karten-Terzett als Carmen und bei der Rosenüberreichung als Octavian, den gute Eindruck, den sie bei vorherigen Auftritten bei mir hinterließ.
Mit großer freudiger Erwartung harre ich auf weitere Auftritte der jungen Sänger.


FOLKWANG - UNIVERSITÄT DER KÜNSTE - SommerWerkStatt MusikTheater 2016

"Nicht in diesem Ton - eine heullose Operettentherapie" entwarf, entwickelte und inszenierte Carsten Süss mit dem SängerNachwuchs der Studierenden des Studiengangs Gesang|Musiktheater & des Fachbereichs 1 der Essener akademischen Talentschmiede. Das alles mit sicht- und hörbarem Spaß und Präzision, an dem auch Florian Hurler als Choreograph seinen Anteil hatte. So viel Spielfreude habe ich selten erlebt, die Carsten Süss aus dem internationalen Ensemble "herauskitzelte". Da spielte es keine Rolle, daß man doch zu oft kaum einen Dialogtext verstand; da merkt man einen Ansatz, an dem der 'Lehrkörper' noch arbeitet.
Mit Zugabe wurden 16 Titel aus dem Bereich der Operette innerhalb einer 'Therapiesitzung' vorgestellt. Viele zwischenmenschliche Probleme wurden unter den 14 jungen Sängerinnen|Sängern heftig durchdiskutiert. Als geschickte Klammer und Top-Besetzung erwies sich die Rolle des Moderatos von Benjamin Hoffmann, der souverän die einzelnen Beiträge miteinander verknüpfte. Denn das Konzept von Carsten Süss war ja nicht eine Titelansage für den Moderator, sondern den inhaltlichen Faden dieser Diskussionsrunde mit dem Musikbeitrag herzustellen. Das hat Benjamin Hoffmann professionell übernommen.
Die musikalische Begleitung unter Lothar Welzel war in der Trio-Besetzung mit Klarinette, Klavier, Akkordeon präzis, flott und ansprechend und machte Lust auf mehr Operette. Bekannte und nicht bekannte Titel von Millöcker über Kálmán bis Strauss wurden so mit den Sängern zu einer Ohrenweide.

Von den Sängerinnenn möchte man nach deren Abschluß auf der Bühne sofort Katharina Thienel mit ihrem vollen, schön klingenden Sopran sehen und vor allem Boshana Milkov, die ihren Mezzo eindrucksvoll einsetzte. Robin Grunwald fiel ebenso positiv mit seinem Bariton auf, der vor allem in der Höhe glänzte. Benjamin Hoffmann hatte nur mit dem Beitrag aus Clivia Gelegenheit, auf seinen schön klingenden Tenor aufmerksam zu machen. Bei ihm hat man Lust auf 'mehr'.
Allen besonders genannten Sängern ist neben einer guten musikalischen Leistung eine ebenso gute Präsentation ihrer Darbietung zu eigen, wozu die Textverständlichkeit beim Gesang und Dialog gehört. Wenn man auf der Musiktheater-Bühne solistisch arbeiten möchte, ist das zwingend.


FOLKWANG - UNIVERSITÄT DER KÜNSTE - Physical Theatre

Das Physical Theatre versteht sich als genreübergreifend. Blickt man tief in die Vergangenheit dieses Studiengangs an der Folkwang Hochschule, so fällt sofort Milan Sladek auf, der mit seiner Kunst lange seinen Stempel auf den Studiengang Pantomime gedrückt hat. Das ist eine Zeit lang her. Die Leiter in der Nachfolge und die Absolventen haben mit ihrer künstlerischen Tätigkeit  die Richtung der Arbeit nachhaltig verändernd geprägt. Nun heißt es Physical Theatre und sieht jetzt die Körpersprache "nur" als Ausgangspunkt zur Schöpfung eigener Themen.
Physical Companies kommen aus dieser Arbeit hervor und arbeiten mit ihren Programmen international. National wäre für diese Art von Performance ein zu kleines Tätigkeitsfeld; öffentlich subventionierte Theater sind für diese Art von Kunst sicherlich nur an Gastspielen interessiert.
Ich kann mich noch an die Dauerbesetzung der alten Aula erinnern, bei der durchgehend Tag und Nacht Programm geboten wurde, um den drohenden Abriss zu verhindern. Dabei war der Student Thomas Stich mit einer klassischen Pantomime. Noch immer stark in Erinnerung die Maskenpantomime von Habbe und Meik, die auch international Kultstatus erlangte. Bis heute ist deren Arbeit prägend und beide sind auch 2015 auf der Bühne präsent, wenn auch meist getrennt. Nachfolger mit ähnlicher Maskenarbeit sind immer noch aktiv und werden auch gern vom Physical Theatre lobend erwähnt und zu Gastspielen eingeladen.
Als Auftaktveranstaltung zum 50. Jubiläum des Studiengangs wurden im März 2015 zwei aktuelle Diplom-Arbeiten präsentiert, die ihre eigenen Geschichten erzählten.
"Schluckreiz in paradise" heißt die 'Artist Diploma' von Anina Büchenbacher und Michael Zier. Bereits zur Einstimmung wurden auf der Vorhangfolie statistische Fakten zum Thema Porno projiziert. Tierisch mittels Masken ging es am Anfang zu; mit dezenten Körperbewegungen bot jeder seine Porno-Phantasien. Schön, wie sich alle zum Schluß davon befreiten und durch die Theater-Tür ins Freie entschlüpften.


Studiengang Regie - RUMMS! DIE WERKSCHAU

Da wurde mit der Schauspielklasse im vergangenen Semester fleißig probiert, damit die Regie-Klasse mit den Studenten des 3.|4.Semesters Anfang des Semesters 15|16 seine Arbeiten vor begeisterten Mitstudenten und Besuchern präsentieren konnte. Schön ist es, daß in dieser Phase alle Mitwirkenden ihre Phantasie freien Lauf lassen, Idee ausprobieren und mit ihren Kollegen|innen umsetzen können.
Besonders auffallend ist die Produktion von Beckets "Warten auf Godot" unter der Regie von Remo Philipp. Cynthia Cosima ist Estragon und Denis Grafe ist Wladimir. Die Schauspieler wurden präzise geführt und sie setzen das alles mit einer Spiellust um, daß man Lust auf die Zukunft dieser jungen Leute bekommt. Remo Phillip macht aus Becket ein Parabelspiel zwischen Mann und Frau. Als Adam und Eva lernen sich beide mit ihrer Sexualität kennen. Vom Warten auf Godot kommen sie immer wieder auf sich selbst zurück. Für mich ist das der Höhepunkt der von mir gesehenen Präsentationen.
Viel Regie-Phantasie und Humor wurde in der Textcollage "Das Tote Meer" von den sechs Schauspielern gezeigt. Auch hier das eine Arbeit von Regisseur Remo Philipp.
In der Regie von Jabok Arnold wurde ein Szenenfragment von Shakespeares "Macbeth" gezeigt. Linus Schütz konnte vor allem mit seinem körperlichen Einsatz glänzen und zeugte auch von seiner Musikalität am Flügel.
Trotz einer kleinen Durchhängephase zu Anfang war die Regiearbeit von Daniel Kunze von Werner Schwabs "Die Präsidentinnen" sehr dicht erarbeitet. Hanni Lorenz und Marie-Paulina Schendel zeigten ein beeindruckendes Ensemblespiel.
Alle Mitwirkenden können sich beweisen. Schade, daß immer noch Nacktheit auf der Bühne herhalten muß, um bestimmte Interpretationen auszuprobieren. Aber auch so was droht den Schauspiel-Studenten später im Engagement.


FOLKWANG - UNIVERSITÄT DER KÜNSTE - Zeitgenössischer Tanz

Die Kaderschmiede an der Folkwang-Hochschule in Essen-Werden bot am 26.2.2015 wieder Einblick in den Ausbildungsstand. Schon, der Name des Ausbildungszweigs zeigt, daß man keinen klassischen Tanz erwarten darf.
Studierende aus dem 4.Semester -teilweise 2. und 3. Semester- stellten sich als Choreographen und als Tänzer ihrer eigenen choreographischen Arbeit vor. Insgesamt 17 kleine Werke durfte das Publikum begutachten. Viele Beitrage waren Soli oder mit Partner|in.
Ein Höhepunkt war für mich 'Daliokijua' von Celine Bellut. Ein großes Stück mit 5 Tänzern, die sich individuell mit ihren Bewegungen immer mehr steigern. Bis auf einen, der nur ein Lied singt und summt und langsam seinen Weg vor und zurück geht und so sich von den vier anderen auch optisch unterscheidet. Doch dann hört er auf zu singen und schließt sich mit seinen immer stärker werdenden Bewegungsformen an. Das Stück endet so wie es begann, fünf Personen bleiben isoliert in ihrem Dasein.
Auffallend, daß die ersten drei Beträge auch mit der Stimme der Tänzer arbeiten. Sehr schön wie Luisa Saraiva mit Gesten und Stimme arbeitet. Bei Eva Pageix übernimmt die Ton-|Musikuntermalung ihren Schrei.
Bewegung und Tanz zeigen sich bei den Studierenden auf hohem Niveau, wie bei Laura Susanne und Hauke Martens in 'Cirren'. Schön wie Liliana Ferri in 'Pelisse' mit einem Mantel als Korsett kämpft oder wie Léonor Clary mit ihrem Stuhl umgeht. Lustig wird es zum Schluß bei Uwe Brauns und Eva Pageix.
Über 30 Mitwirkende stellten sich dem stürmischen Beifall des sachkundigen Publikums. Bereits jetzt suchen viele Engagements, um mit ihrem Können die Tanzwelt zu erobern. Städtische subventionierte Kompanien, wie z.B. die besonders erfolgreichen in Dortmund oder Düsseldorf, bauen auf klassische Tanzformen. Für zeitgenössischen Tanz bleiben dann erst mal nur tourende Gruppen.


BUNDESWETTBEWERB GESANG BERLIN - Konzert der Preisträger Musical und Chanson

Im Friedrichstadt-Palast zu Berlin trafen sich am 2.12.13 wieder die besten der Ausbildungsinstitute für die Fächer Musical und Chanson. Was man sah, konnte sich vor allem hören und auch sehen lassen. Für den erkrankten Dominique Horwitz sprang kurzfristig Katharine Mehrling ein, eine Kennerin des Metiers; und das machte schon Spaß, sie bei der Moderation durch den wunderbaren Abend zu erleben.
Neben den Pianisten Lena Sophia Schmidt und Jürgen Beyer, sowie Liviu Petcu und Nikolai Orloff, nahm Adam Benzwi mit seiner Combo die musikalische Begleitung in die Hand; auch er begleitete am Piano.

Die 18 Preisträgerinnen und Preisträger kamen von deutschen privaten und staatlichen Ausbildungsinstituten und boten ein sehr hohes Niveau in ihren Beiträgen.
Der erste Förderpreisträger mit einem Jahresstipendium, der in Spiel, Sprache, Gesang und Tanz besonders talentierte Philipp Büttner aus München, brachte seine beiden Beiträge vor der Pause, was schon ein Höhepunkt des Abends war. Aber auch z.B. die zweiten Preisträger, wie Paula Skorupa oder Moritz Schulze, fielen angenehm auf. Vor allem die sprachliche und darstellerische Präsenz der meisten Preisträger in den unterschiedlichsten Kategorien, wie die Chansons von Vladimir Korneev oder Christophe Vetter, er machte seinen Beitrag 'Hotel Mama' zu einem Hit, zeigte vom hohen Können der Protagonisten. Die Preisträgerinnen mit großer Stimme aber bescheidener Präsenz blieben so etwas blass.
Alle 18 Künstler waren beispielhaft für die Qualität der Ausbildungsinstitute und haben schon ihre ersten Engagements im professionellen Theaterbereich erfolgreich bestritten. Da kann man gespannt sein, wie sich alle Preisträger auf internationalen Bühnen bewähren, gibt es doch inzwischen viele Möglichkeiten für einen Einsatz, sowohl in reinen Musicalhäusern oder aber auch bei städtischen und staatlichen Häusern.

Ich werde versuchen, die Entwicklung der jungen Künstler zu verfolgen und freue mich schon jetzt, den einen oder die andere wieder auf der Bühne zu erleben.


Im Friedrichstadt-Palast zu Berlin standen am 7.12.2015 wieder die Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang auf Europas größter Revue-Bühne. Nach einer anstrengenden Vorentscheidung der Tage zuvor, zeigten 17 Preisträger ihr erstklassiges Können.
In immer schönerem Stoff gehüllt, führte Gayle Tufts kurzweilig und launig durch das Programm. Adam Benzwi am Flügel begleitete mit seinem Quartett wieder die Künstler und garantierte so eine perfekte musikalische Darbietung aller.
Nicolai Schwab zu Beginn legte mit dem "Kameramann" die Messlatte für alle seiner Mitpreisträger|innen sehr hoch; nicht alle kamen an die musikalischen und darstellerischen Leistungen des jungen Mannes heran. Vor der Pause boten aber Theresa Weber mit ihrer Darstellung einer Musicalszene und Devi-Ananda Dahm, sie erhielt ein Jahresstipendium mit dem 1.Förderpreis, mehr als ansprechende Leistungen in Stimme und Präsenz. Mit seinem Chanson-Medley am Flügel zeigte Florian Wagner sehr eindrucksvoll, daß man nur durch seine Stimme und Gesangspräsentation zu recht unter die Preisträger kommt.
Nach der Pause steppte Peter Schmid seine "Kalte Füße" erfrischend weg und ist bereits jetzt in einer Hauptrolle in Zürich zu erleben. Sophia Euskirchen ist mit ihrem Chanson "Die Nachtclubsängerin" eine ebenso würdige Preisträgerin wie Benjamin Vinnen als 1.Chanson-Preisträger, der mit "Die Einsamkeit" und "Enerw" das Publikum sofort in seinen Bann zog. "Mit dir" war ein ebenso gelungener Musicalbeitrag von Linda Toh wie "Flieg mit mir zum Mond" von Hanna Mall.
Doch der erste Preisträger für die Sparte Musical mit seinen Beiträgen "Manchmal" und "Glory" zeigte, warum er diesen Preis erhielt. Es kamen keine Zweifel auf, warum Benjamin Weißert diese tolle Auszeichnung für seine großartige Leistung erhielt. Das Publikum jubelte.
Ich bin gespannt, wann ich die jungen Preisträger auf irgendeiner Bühne wieder erlebe.


Aktuelle Theatertipps


Juni

DIE WALKÜRE
Aalto Theater Essen

LULU
Oper Leipzig

DER REBELL DES KÖNIGS - Cinq-Mars
Oper Leipzig

DIE WALKÜRE
Deutsche Oper Am Rhein


Mai

TANNHÄUSER
Oper Leipzig

DER LIEBESTRANK
MUSIKTHEATER IM REVIER - Gelsenkirchen

DER BARBIER VON SEVILLA
Staatstheater Nürnberg

DIE EDDA
Schauspiel Hannover

JAZZ FOR THE PEOPLE 2018
Katakomben-Theater Essen

LOHENGRIN
Aalto Theater Essen

MADAMA BUTTERLFY
Aalto Theater Essen


April

LA TRAVIATA
Aalto Theater Essen

MOZART GOES ROYAL
Internationale Opern Akademie Antwerpen | Gent

DIE ZWÖLF GESCHWORENEN
Freie Szene Essen

LOHENGRIN
Aalto Theater Essen

O SCHWEIGT
Theater Am Akademischen Gymnasium Wien

SIEGFRIED
Deutsche Oper Am Rhein