Theatertipps: Theater Chemnitz

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DIE DREI WÜNSCHE ODER DIE LAUNEN DES LEBENS

18.11.2023 | Eine Renaissance erlebte der tschechische Komponist Bohuslav Martinù (1890-1959) vor einigen Jahren mit seiner Oper The Greek Passion auf den Spielplänen der deutschen Musiktheater.

Das Theater Chemnitz erfreute nun mit einer Wiederentdeckung von Martinùs Filmoper Die Drei Wünsche oder die Launen des Lebens, welche 1971 in Brünn erst seine Uraufführung fand. Der Komponist lebte damals 23 Jahre in Paris und lernte Elemente der Unterhaltungsmusik kennen, die er in sein musikalisches Schaffen mit integrierte, so auch bei den "3 Wünschen".

Sein Librettist Georges Ribermont-Dessaignes schuf für die Filmoper surrealistische Texte und groteske Figuren zu einer Märchenhandlung. Die Erzählung des Märchens wird von der Arbeitssituation der Filmemacher szenisch eingerahmt.

Die Fee Null, der Countertenor Etienne Walch, gewährt Monsieur Just, Bariton Thomas Essl, drei Wünsche, die Just aber nicht wohl überlegt äußert. So wird sein Leben in einer illustren Gesellschaft nicht angenehmer. Im Gegenteil, er kommt am Märchenschluß zu Tode.

Die Regisseurin Rahel Thiel läßt diese Filmoper im Theatermilieu spielen. Zu einem opulenten Zwischenspiel wird aber doch ein Film auf der Leinwand gezeigt. Hier zeigt sich besonders die herausragende Qualität der \'Robert-Schumann-Philharmonie\' unter der musikalischen Leitung von Jakob Brenner.

Persönliche Beziehungen in der Märchenhandlung spiegeln sich auch unter den Schauspielern wieder, die Monsieur Just alias Arthur de St.Barbe am Ende als Schauspieler ratlos zurück läßt.

Dem Theater Chemnitz steht für diese sehens- und hörenswerte Aufführung ein exzellentes 16-köpfiges Solisten-Ensemble zur Verfügung. Je länger die pausenlose Vorstellung dauerte, umso mehr vergnügte sich das Publikum an den humorvollen Situationen und Aktionen, an denen auch der Opernchor des Hauses großen Anteil hatte.

Die Bühne von Fabian Wendling, geprägt mit Scheinwerferreihen und die voller Phantasie überbordenden Kostüme von Rebekka Dornhege Reyes geben allem ein optisch brillanten Rahmen.

Mit lang anhaltendem Schluß-Beifall belohnten die Theaterbesucher die Mitwirkenden.


WOZZECK

16.06.2023 | Alban Bergs erste von zwei Opern zählt nicht zu meinen Lieblingswerken; während seine Lulu an vorderster Stelle rangiert, fand ich nie einen Zugang zu Wozzeck.

Großes Lob daher an alle Beteiligte am Theater Chemnitz, daß das geändert wurde. Allen voran die Robert-Schumann-Philharmonie des Hauses unter der Leitung von Guillermo Garcia Calvo für die packende musikalische Realisierung, die das Geschehen dokumentiert.

Die Inszenierung mit genauer Personenführung von Balázs Kovalik mit der Ausstattung von Sebastian Ellrich legt die Handlung in die Gegenwart. Ein mittleres Podest mit jeweils 8 Stühlen zur Seite wird mit einem Steg vor der runden Hintergrundwand abgegrenzt; die Gesellschaft ist dort Zeuge des Geschehens. Eine mit Neonröhren in der Wand eingerahmte Öffnung ermöglicht durch Drehung den Einblick in weitere Spielorte.

Thomas Essl als Wozzeck wird von allen ausgenutzt und auch gequält, will er doch nur Marie und seinem Knaben ein sinnvolles Leben ermöglichen. Thomas Essl verfügt über eine helle, angenehme Baritonstimme, die in allen Lagen mit der Partie zurecht kommt. Alle Situationen werden durch sein genaues Spiel beeindruckend verdeutlicht.

Wozzeck ist beim Hauptmann Büroangestellter; Michael Pflumm glänzt als Büroleiter mit ansprechendem, hohen Tenor, der auch die hohen Stellen nicht scheut.

Es ist ein Vergnügen, den jungen Alexander Kiechle auf der Bühne als Doktor mit seinem genauen Spiel und seiner schönen hellen Bass-Stimme zu erleben.

Cornelia Ptassek als Marie meistert auch die hohen Tönen ihrer schönen, doch schweren Partie ohne Anstrengung. Mit Sophia Maeno ist Margret exzellent besetzt.

Alle weiteren Solisten und der Chor unter der Leitung Stefan Bilz sind Garant für eine ausgezeichnete Realisierung der 15 Szenen von Alban Berg. Das Premierenpublikum zeigte sich begeistert und sparte nicht mit Beifall für diese sehens- und hörenswerte Aufführung.


DER FREISCHÜTZ

29.04.2023 | Als Bühnenbildnerin wurde mir Annika Haller in Chemnitz mit phantastischen Räumen in den Inszenierungen von Elisabeth Stöppler bekannt. In dieser Zusammenarbeit war die Neuinszenierung für Chemnitz auch erst vorgesehen.

Als Regisseurin bot nun Annika Haller mit der Bühne von Wilfried Buchholz eine Inszenierung, die viel, vielleicht zu viel, eigene Ideen verwirklichte. Deutsche Romantik mit Wald war hierfür nicht vorgesehen. Die Handlung wurde in die heutige Zeit verlegt und mit neuen Ideen ergänzt, die in der Urfassung von Friedrich Kind nicht vorgesehen waren. Die neu geschriebenen Dialoge zielten auch auf ein junges Publikum.

Unter der musikalischen Leitung von Jakob Brenner spielte die Robert-Schumann-Philharmonie meist sicher und klangvoll auf. Der erweiterte Chor unter der Leitung von Stefan Bilz unterstützte sicher die musikalische Realisierung; die Soli der Brautjungfern wurden ansprechend vorgetragen.

Allen voran bot Magdalena Hinterdobler eine musikalisch und szenisch phantastische Leistung. Ihr ansprechender Sopran klang in den leisen und dramatischen Phasen wunderbar und machte die Figur der Agathe zu einem Höhepunkt der Aufführung.

Ihr zur Seite bot Marie Hänsel mit leichtem Sopran als Ännchen eine entsprechend starke Leistung, so daß beider Szenen stark beeindruckten.

Colin André Schöning bot für den 'Jägerburschen' Max einen schönen, lyrischen Tenor, dem aber die notwendigen Grundlagen für die heldentenoralen Passagen fehlten.

Bjorn Waag als Kaspar erfreute mit seinem hellen, kräftigen Bariton. Leider ließ ihm die Regie wenig Raum für die magische Bösartigkeit seiner Figur; dazu kam, daß seine Stimme die tiefen Stellen seiner Partitur nicht adäquat ausfüllen konnte.

Alexander Kiechle glänzte mit seiner schönen, hell klingenden Bass-Stimme als Eremit, bzw. Polizist. Als Polizist hatte er bereits eine kleine Szene mit Kuno (André Eckert) im ersten Bild und war mit vielen anderen Polizisten zum Schluß nicht die optisch prägende Figur, die zum glücklichen Ende führte. Da hatte die Regie eine andere Idee...

Das Premierenpublikum im gut besuchen Saal zeigte sich zufrieden von der Leistung aller und sparte auch bei der Leitung nicht mit Beifall.


LOHENGRIN

04.03.2023 | Selten habe ich eine so musikalisch hervorragende Realisierung des Lohengrin erlebt. Elias Grandy leitet die Robert-Schumann-Philharmonie im Chemnitzer Opernhaus, es singt der erweiterte Chor und nahezu alle Solisten gestalten ihre Rollen mit großartigen Stimmen.

Das Vorspiel zum ersten Akt wird durch die Streicher sicher, zart und strukturiert aufgebaut. Die Ergänzung der nächsten Instrumentengruppen erfolgt klar und klangvoll. Die Bläser vervollkommnen den Höhenpunkt, ohne auch nur ansatzweise im Ton daneben zu sein. Eine Glanzleistung bereits zu Beginn von den Philharmonikern und dem musikalischen Leiter, die den ganzen Abend weiterhin geboten wird.

Die Titelrolle wird von Benjamin Bruns phänomenal gestaltet. Seine lyrische Stimme klingt in jeder Lage ansprechend schön; die dramatisch zu entwickelnden Stellen sind für seine Stimme kein Problem. Die oft zu hörenden 'Haken und Ösen' in der Partie gib es bei ihm nicht.

Ihm zur Seite als Elsa von Brabant steht Maraike Schröter mit schönen, klaren und strahlenden Sopran. Eine angesagte Fußverletzung überspielt sie sicher.

Weiterer Höhepunkt ist Alexander Kiechle als Heinrich der Vogler. Für den jungen Sänger ist die Rolle des Königs ein Rollendebüt. Zu Beginn scheint er sich ein wenig zu schonen, was aber kaum auffällt. Alexander Kiechle verfügt für alle Lagen dieser Partie eine sichere und kräftige Bass-Stimme, die dazu immer schön klingt, auch in den hohen Stellen. In den Ensembles ist seine große Stimme markant hörbar über dem Chorklang zu vernehmen. Diese Leistung habe ich auf der Bühne kaum gehört; da haben die Kollegen oft ihre Stimme geschont. Dazu ist die Spielfreude von Alexander Kiechle auffallend erfreulich; wie er die Regie von Joan Anton Rechi umsetzt, verfolgt man bei ihm gern. Nur die Kostümabteilung sollte einen kritischen Blick auf die Hosenlänge des Königs werfen; da liegen die Hosenbeine zu sehr auf den Schuhen. So hat sich das die Kostümbildnerin Mercé Paloma sicher nicht vorgestellt.

Jukka Rasilainen ist ein phantastischer Telramund mit kräftig schöner Stimme und beeindruckendem Spiel. Ihm zur Seite hatte Andrea Baker als Ortrud einen schweren Stand; das ist wohl n.e.A. das letzte Mal, daß sie diese Partie auf der Bühne singt. Erfreulich, wie sie mit ihrem wohlklingenden Mezzo-Sopran den Text verständlich gestaltet.

Thomas Essl ist der Heerrufer und ein weiterer Höhepunkt auf des Königs Seite. Die große Chorszene im 2.Akt wird ohne die üblichen 'Striche' gegeben, was auch ein Kompliment an den Herrenchor des Hauses ist. Thomas Essl kann hier seinen schönen, warmen Bariton mit Kraft entfalten.

Sebastian Ellrich baut auf der Bühne für den Regisseur Joan Anton Rechi eine große Jahrmarkt-Achterbahn. Das bietet dem Regisseur Gelegenheit, auch durch den Einsatz der Drehbühne, die Spielsituationen glaubhaft und spannend zu zeigen; selbst ein richtiger großer Schwan wird eingesetzt.

Das Publikum zeigte sich begeistert und feierte Chor, Orchester und Solisten mit kräftigen Beifall für eine glanzvolle Lohengrin-Interpretation.


ORPHEUS IN DER UNTERWELT

27.01.2023 | Zu Jacques Offenbachs bekanntesten Meisterwerken zählt "Orpheus in der Unterwelt". Seine erste Fassung 1858 wurde solch ein Erfolg, daß der Meister der Operette 1874 eine zweite, deutlich erweiterte Fassung, schrieb.

Die Aufführungspraxis hält sich meist an die erste Fassung, oft ergänzt mit Teilen aus der zweiten, z.B. Balletteinlagen und Couplets. Auf der Chemnitzer Bühne ist die Vorlage von anno 1858 zu erleben, verknüpft mit Änderungen und Strichen, die der Besetzung und Inszenierung geschuldet sind, erweitert mit dem Schäfer-Ballett, Merkurs 'Rondo-saltarelle' und Eurydikes 'Couplet der Klagen' aus der zweiten Fassung.

Für die Übersetzung der französischen Textvorlage von Crémieux / Halévy entwickelte Thomas Winter für Chemnitz eine neue Textfassung. Der ansonsten gängige deutsche Text von Ludwig Kalisch wurde wenig berücksichtigt, was zur Folge hatte, daß der neue Text weniger singbar und nicht verständlicher wurde; auch bei den manchmal etwas lang wirkenden Dialogen gab es akustische Probleme. Schreibt man Dialoge um oder neu, besteht immer die Gefahr, satirische Inhalte und Erklärungen zur Situation besonders zu betonen, was dann oft zu ausgedehnt wirkt und nicht den Handlungsverlauf fördert.

Jakob Brenner leitet die Chemnitzer Robert-Schumann-Philharmonie flott, locker und umsichtig und läßt Chor und Solisten akustisch hörbar Raum für die wunderbare Offenbach-Musik, die meist sicher umgesetzt wird.

Marie Hänsel als Eurydike ist nicht nur eine glänzende Erscheinung, sondern gestaltet auch musikalische ihre Figur vorbildhaft mit leichtem, schön klingenden Sopran. Venus (Tatiana Larina), Diana (Marlen Bieber) und Minerva (Maraike Schröter) sind optisch und musikalisch ebenso optimal als Göttinnen aktiv.

Thomas Kiechle beweist als Aristeus | Pluto, welch hervorragender Sänger und Darsteller er ist. Mit seinem großen, wohl klingenden lyrischen Tenor ist er ein idealer Partner für Eurydike; für beide stellt Offenbachs Partitur keine Probleme dar.

Inkyu Park gestaltet als Merkur sein Spring-Rondo mit seinem klaren, sicheren Charaktertenors musikalisch und szenisch mit viel Spaß. Matthias Winter als Jupiter dominiert nicht nur mit seiner großen Statur die Bühne. Timo Rößner ist ein szenisch und musikalisch etwas zurückhaltender Orpheus.

Als Glanzpunkt zu Beginn des 2. Aktes zeigt sich auch Felix Rohleder als Hans Styx mit angenehmer Baritonstimme, der mit seinem Couplet sogar drei Strophen mit neuem Text singen darf; die vierte wird ihm leider von der Orchesterleitung verwehrt.

Regisseur Johannes Pölzgutter setzt auf präzise Personenführung. Viele Details entsprechen seinen Einfällen und dem neu gefaßten Text und halten sich nicht an die Original-Vorlage; das ist nicht immer origineller, wie sich z.B. bei der Schlange in Kornfeld zeigt.

Pluto ist der Gott der Unterwelt, während die anderen Götter auf dem wolkigen Olymp wohnen. Warum die Regie den christlichen Gott dazu fügt, wird nicht näher erläutert. Pluto ist hier kein Schäfer sondern ein Pfarrer, dessen Kirche im Hintergrund hereingefahren wird.

Sean Stephens sorgt mit seiner Choreographie dafür, daß optisch schwungvolle Bewegung die Szene unterstützt. Schade, daß ihm nur 6 Tänzerinnen zur Verfügung stehen; aber geschickt ergänzen die Solisten und Chormitglieder in den Finali und Einlagen das Ballett.

Die farbenfrohe Bühnen- und Kostümgestaltung von Manuel Kolip und Susana Mendoza komplettierten den Operettenrausch. Das Publikum zeigte sich daher im gut besuchten großen Haus des Chemnitzer Theaters zu Recht begeistert und geizte nicht mit Beifall.


DIE LUSTIGE WITWE

10.09.2022 | Franz Lehàrs Operette in drei Akten ist ein unverwüstlicher musikalischer Geniestreich. Der Inhalt der Uraufführung 1905 war der damaligen Zeit geschuldet. Es ist immer problematisch, diese Geschichte in die Gegenwart zu übertragen.

So versuchte Michael Schilhan mit seiner Inszenierung in der Ausstattung von Alexia Redl auch den Spagat zwischen den Jahrzehnten. Die Geschichte von der reichen Witwe und ihrer Zuneigung zu dem Lebemann Danilo kann kurz oder lang erzählt werden. Die Dialoge zwischen der Musik wurden von der Regie mit aktuellen Hinweisen zur Politik ausgebaut, geht es doch um einen Staatsbankrott.

Der erste Akt ist durch die Einführung in das Thema problematisch einfach. Die Akte zwei und drei sind von der Entwicklung spannend, wirken aber sehr lang. Starke Dialog-Striche und die Verlegung der Pause irgendwo in den zweiten Akt könnte sinnvoll sein. Sogar eine pausenlose Fassung mit einer Aufführungsdauer von knapp 2 Stunden ist mir bekannt; da hat die 'Götterdämmerung' ihre erste Pause.

Unter der musikalischen Leitung von Diego Martin-Etxebarria spielte die Robert-Schumann-Philharmonie sicher, schwungvoll und flott auf und bot für die Sänger eine ausgezeichnete Begleitung. Die Dialogsprache der Mitwirkenden wurde per Mikroport verstärkt, was leider manchmal auffiel.

Magdalena Hinterdobler war mit der Titelrolle eine ideale Darstellerin. Ihr schöner, hoher Sopran war klangvoll sicher und ihre Dialoge immer verständlich. Ihr zur Seite als Graf Danilo gab Reto Raphael Rosin den adäquaten Partner für sie in Stimme und Spiel.

Aber auch das zweite Operetten-Liebespaar konnte sich sehen und hören lassen. Marie Hänsel (Valencienne) verfügt über einen sicher geführten strahlenden Sopran. Musikalischer Höhepunkt im 2.Akt war ihre Szene mit Thomas Kiechle (Camille de Rossillon), der mit einem fest grundierten Tenor aufwarten konnte. Mit lyrischem Schmelz ohne jegliche -hörbare- Kraftanstrengung, gestaltete er die musikalisch Anforderungen bis in die höchsten Höhen seiner Partie. Die Kostümabteilung hatte bei beiden keinerlei Probleme, beide auch optisch wunderschön wirken zu lassen. Da auch ihre Dialoge gut gespielt wurden, kann man diese Präsentation als brillant bezeichnen, die vom Publikum mit kräftigem Beifall und Bravo-Rufen belohnt wurde.

Matthias Winter ist ein gut gelaunter Baron Mirko Zeta, der János Mischuretz als seinen Mitarbeiter Njegus oft Gelegenheit zu einem humorvollen Gesprächsabtausch verhalf.

Neben den Herren der Gesellschaft, nebst ihren Gattinnen, die um die Gunst der reichen Witwe buhlten, konnten auch die Tänzer unter der Choreographie von Sascha Pieper optische Höhepunkte setzen. Livia Pinheiro und Roberto Calabrese gestalteten zum Duett 'Lippen schweigen' einen gefühlvollen Pas de deux.

Nach 2h50 bedankte sich das Premieren-Publikum für diese großartige Aufführung im leider nicht voll besetzten Saal mit lang anhaltendem, kräftigen Beifall, bei dem auch der Chor und Extrachor starken Anteil bekam.


TRISTAN UND ISOLDE

01.05.2022 | Da hat sich die Reise nach Chemnitz mehr als gelohnt. Die Inszenierung von Elisabeth Stöppler unter der musikalischen Leitung von Guillermo Garcia Calvo ist mehr als sehens- und hörenswert. Ihre Personenführung ist präzise und wird vom Ensemble glänzend umgesetzt.

Im Bühnenbild von Annika Haller und mit den Kostümen von Gesine Völlm wird ein Zeitsprung bis in die Gegenwart gezeigt.

Das Schiff zur Überfahrt nach Kornwall ist ein U-Boot. In der oberen Etage kontrolliert die Mannschaft Fahrt und Technik. Darunter befinden sich die Kabinen. Der junge Seemann sieht durch das Sichtrohr und berichtet, sehr schön und sicher mit dunkel gefärbtem Tenor, gestaltet von Thomas Kiechle. Über eine steile Treppe gelangt man zu den Kabinen, wo auch schon mal die Mannschaft vor der Tür bei den weiblichen Gästen rumlungert.

Besonders schwer hat es hier Kurwenal mit einem steifen Bein. Allein dafür muß man Oddur Jónsson Lob zollen; sein Standbein beim Spielen sollte er aber nicht mit dem 'kranken' belasten. Oddur Jónsson verfügt über einen schönen leichten Bariton; in einigen Passagen fehlt im die Kraft.

Die weiblichen Gäste wohnen in Kojen, die sich durch einen Vorhang schließen lassen. Isolde ist in Reisekleidung mit Hose, Weste und Mantel. Stéphanie Müther ist mit großem Sopran eine Idealbesetzung für die Titelrolle. Ihre große Stimme trägt und ihre Mittellage klingt betörend.

Mit Sophia Maeno als Brangäne gibt es eine perfekte Begleiterin. Ihre schöne Mezzo-Stimme ist kraftvoll und sie ist szenisch und musikalisch eine exzellente Ergänzung zu Isolde. Mit Rolli, langem Rock und Stiefeln ist sie Aufpasserin und wirkt mit Nickelbrille so als Gegenpol.

Für Daniel Kirch scheint die Rolle des Tristan musikalisch kein Problem zu sein. Sein strahlender Tenor ist dunkel gefärbt. Nie hat man das Gefühl, daß er sich mit seiner Stimme mit Blick auf die Fieberphantasien im 3.Akt schont. Er gestaltet seine Figur leicht und locker und spielt mit seinem Jojo aus der Kindheit; aber auch der Revolver ist für ihn Requisit und bestärkt seine Sehnsucht nach dem Tod. Den Todestrank wirft er weg und zeigt so offen seine bereits bestehende Liebe zu Isolde, die diese schon längst erwidert hat.

Der zweite Akt ist ein mit Polstermöbel großzügig gestalteter Salon bei König Marke. Große Fenstertüren lassen sich durch Verhänge verschließen, was beim Spiel genutzt wird. Die Gesellschaft bereitet sich auf die Jagd vor; das Hauspersonal sorgt für den entsprechenden Service, darf später die Sitzpolster wieder aufräumen. Till von Orlowsky ist Melot in schickem Reiterdress. Sein attraktives Aussehen kann er auch mit seiner großen Baritonstimme unterstützen, was auf Isolde aber keinen Eindruck macht.

König Marke verabschiedet sich zur Jagd von seiner Gemahlin mit Handkuss, was Isolde amüsiert zur Kenntnis nimmt. Der junge Alexander Kiechle als Marke ist ein Höhepunkt im 2.Akt. Seine jugendliche Erscheinung im blauen Blazer mit seiner immer schön und edel klingenden Bass-Stimme macht diese Figur spannend; die Maske versucht gar nicht, ihn alt erscheinen zu lassen. Da klagt kein alter Mann über sein Los, denn sein Problem scheint die Zuneigung zu Tristan zu sein, den er spontan kräftig auf den Mund küsst.

Das große Duett zwischen dem Titelpaar ist groß; auch musikalisch wird keine Stelle ausgelassen (was in anderen Aufführungen gerne gemacht wird) und beide singen phantastisch. In der Nacht der Liebe bleibt es im Salon hell, so daß Tristan und Isolde ihre Einstellung über Liebe und Tod klar ausspielen können; da wird diskutiert und keine Liebe praktiziert. Brangänes Ruf wirkt durch ihre optische Präsenz im Salon durch Sophia Moreno noch warnender und wunderbar klangvoll. Tristans Todessehnsucht betont er mit seinem Revolver; Isolde folgt ihm da nicht. So bleibt es nicht aus, daß Tristan sich durch einen Schuß ins Herz seine Verletzung selbst zufügt.

Der dritte Akt spielt in Tristans Kinderzimmer auf Kareol. Eine schwarze Fläche an der Rückwand läßt fürchterliches erahnen. Poster und Kinderspielzeug incl. dem Jojo und einem Holzschwert sind immer noch vorhanden. Nachdem Tristan aufwacht ist er alles andere als siech und krank, trotz blutiger Kleidung. Wie ein junger Kerl gleich einem Rap-Sänger durchlebt er seine Fieberphantasien. Die schwarze Fläche öffnet sich. Ein Bett mit den dort liegenden Isolde und Brangäne ist zu sehen. Ein Kinderwagen erinnert Tristan an seine früheste Zeit. Die Verletzung blutet und nach dem Todestrank stirbt er einsam auf dem Bett.

Die hinzukommenden Melot und der Steuermann (Jacob Scharfmann mit prägnantem Auftritt) werden von Kurwenal erschossen, bevor er selbst stirbt. Isolde, Brangäne und Marke finden einen Haufen mit Toten vor. Brangäne und König Marke verlassen den schrecklichen Ort. Der Hirt, Kammersänger Martin Petzold aus Leipzig singt und spielt das vorzüglich, schließt hinter sich die Tür ab, die in die Außenwelt führt. Isolde, allein mit den Toten, kommt nicht mehr aus dem Raum und wartet mit dem Liebestod auf ihre eigenes Ableben.

Die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung von Guillermo Garcia Calva erzeugt einen kammermusikalischen, betörenden Klang. Die großen Klangwolken können durch die kleine Orchesterbesetzung, z.B. bei den Streichern, nicht erzeugt werden. Das hatte aber den Vorteil, daß die Partitur differenziert klar hörbar wurde und die Sänger immer präsent klangen.

Das sachkundige Publikum zeigte sich begeistert und sparte nicht mit kräftigem Beifall. Alle Beteiligten nahmen den Jubel dankend entgegen.


AIDA

23.04.2022 | Nach der Corona Zwangspause mit großem Opernrepertoire startet die Oper Chemnitz mit Verdis Oper kräftig durch. Barbe & Doucet entwickelten Konzept, Dramaturgie, Bühne und Kostüme zu einem opulenten Rahmen mit einer speziellen Geschichte der Sklavin Aida.

Im Paris wartet man 1870 im Hause eines Ägyptologen darauf, fertige Kostüme und Dekorationen für die Uraufführung von Aida nach Kairo zu schaffen. Der Krieg verhindert das und so beschließt man, Verdis Werk in der Villa des Hausherrn aufzuführen.

Kostüme und Bild sind im 19.Jahrhundert angesiedelt, sehr bunt, dekorativ; mit der Handlung haben sie nicht immer was zu tun. Leider sind nicht alle Kostüme auf die speziellen Begebenheiten der Protagonisten zugeschnitten, was man von einer Premierenausstattung erwarten sollte, Entwurf hin - Entwurf her.

Problematisch wird es für die Regie, die in diesem opulenten Bild die Geschichte erzählen soll. Ersatzweise für den vorgesehenen Regisseur wurde der erfahrene Ingolf Huhn für die Inszenierung gewonnen. Die solistischen Szenen wirkten oft nur angestellt, da die Massen viel zu dem erdachten Hintergrund im Geschehen der Villa zeigen sollten. Lustige Szenen mit Kindern wechselte sich ab mit banalen Gängen, Tableau und Palmenwedeln. Die Ballett-Einlagen wirkten geschickt eingefügt; ein Lob an die Companie von Henrik Victorin.

Die ungenau 'geführten' Solisten versuchten, szenisch das beste draus zu machen und sangen phantastisch. Durch kurzfristige Krankheit der Kollegin sprang Tatiana Larina als Aida ein. Erstaunlich, wie schnell sie sich mit ihrem großen Sopran sicher und klangvoll in die Inszenierung einfügte. Ihr gebührt ein besonderes Lob.

Ihr zur Seite gab es eine Amneris, die Nadine Weissmann mit großer starker Stimme verkörpert. Selten ist es, daß diese Partie in allen Farben prächtig in Höhe und Tiefe aufblüht; bei dieser Amneris kann man es bewundern. Ein großes Lob an Nadine Weissmann.

Da hatte es Hector Sandoval als Radames fast schwer, sich gegen solch starker Partnerin zu behaupten. Seine immer sicher geführter Stimme lies aber seinen Tenor glanzvoll erstrahlen.

Aris Argiris ist Aidas Vater mit großem strahlenden Heldenbariton, der auch die kantablen Stellen eindrucksvoll berührend in der Szene mit seiner Tochter entwickelt. Auch hier ein großes Lob. Bei diesem exzellenten Sänger muß man Verdi fast böse sein, daß er für die Rolle des Amonasro nicht mehr komponiert hat.

Aber auch in anderen Rollen fallen Sänger mehr als angenehm auf. Allen voran David Steffen, der mit seiner großen, voll tönend schönen Bass-Stimme der Figur des Königs Profil gibt. Das hört man so selten - Lob!

Aufhorchen mußte man auch bei Marie Hänsel als Operpriesterin, die in der Tempelszene mit schönstem Mezzo-Sopran für Eindruck sorgte und somit das weitere Ensemble anführt.

Guillermo Garcia Calvo leitete die Robert-Schumann-Philharmonie umsichtig und übertönte mit dezentem Klang kaum Chor und Solisten.

Das Publikum zeigte sich begeistert und sparte auch in den Szenen nicht mit kräftigem Beifall, den vor allem die Sänger zu Recht strahlend entgegen nahmen.


DIE WALKÜRE

23.2.2020 |Das Theater Chemnitz hat alle vier Teile von Wagners "Der Ring des Nibelungen" im Repertoire. Die Premiere der "Walküre" war anno 2018; der erste Tag des Bühnenfestspiels wurde jetzt wiederaufgenommen. Die 'Besonderheit' aller vier Inszenierungen ist es, verschiedene Teams einzusetzen; dazu sollte das Werk aus 'weiblicher' Sicht gezeigt werden, also durch die Arbeit von Regisseurinnen.

Monique Wagemakers hat für die Inszenierung der 'Walküre' ein exzellentes Ausstattungsteam mit internationaler Erfahrung gewonnen; Claudia Weinhart erarbeitete für die Drehbühne ein wirkungsvolles und wunderbar bespielbares Bühnenbild und Erika Landertinger entwarf phantastisch realistische Kostüme. Die gemeinsame Arbeit war, eine phantasievolle Sicht des Geschehens in einem wunderschönen Raum zu zeigen, ohne sich durch eine realistische Erzählweise festzulegen.

Die Bühne besteht aus hölzernen Säulengängen, die durch Drehung immer neue beeindruckende Bilder schaffen. Ein schwarzer Portal-Gazevorhang öffnet sich je nach Bedarf ganz oder nur teilweise. Das ermöglicht auch eine geschickte optische Trennung der Handelnden.
Wenige feste Bühnenteile -wie ein kleiner Felsen, Bänke- ergänzen die Optik, um den Raum als Spielfläche zu nutzen.
Die Personenführung hält sich sehr genau an die Situationen und die präzise Darstellung der Handelnden ermöglicht eine spannende Erzählung. Da wurde für das Auge viel geboten.

Der Verzicht auf eine realistische Erzählweise bedeutete auch auf den Verzicht der vorgeschriebenen Requisiten wie Schwert und Speer; dazu hätten durchaus Becher und Teller zur Nahrungsaufnahme im 1.Akt wegfallen können.

Das Feuer auf dem Walküren-Felsen wurde mit dem Gaze-Vorhang gezeigt, der vom Portal zum Hintergrund als Dach hoch gezogen wurde und so einen neuen Blick auf den nur blau geleuchteten Raum bot.
Die hervorragende Lichtgestaltung von Mathias Klemm war auch hier wie in allen Szenen fester Bestandteil, um einen großen phantastischen Raum für das Geschehen zu zeigen.

Die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung von Guillermo Garcia Calvo folgte präzise dem Dirigat; die fast schon üblichen Patzer der Bläser waren schnell verziehen. Dafür wurde eine schöne Interpretation der Partitur erspielt, die dem Hörer scheinbar 'neue' Erfahrungen bot. Die Tempo-Gestaltung bot nicht nur einen grandiosen Klangraum, sondern gab auch den Sängern Gelegenheit, optimal ihre Rolle zu präsentieren.

Victor Antipenko als Siegmund lies mit seinem großen, sicher geführten schönen Tenor aufhorchen. Man hatte bei seinen lang anhaltenden Wälse-Rufen den Eindruck, daß der 1.Akt fünf Minuten länger dauern wird; aber wer kann, der darf und macht. Ihm zur Seite als Sieglinde war Nadja Stefanoff mit ihrem großen Sopran eine adäquate Partnerin, die sowohl in den tiefen Lagen aber auch bei den 'hehren Wundern' ihre Stimme strahlend erglühen lassen konnte.
Magnus Piontek mit großer schwarzer Stimme war als Gegenspieler ein idealer Hunding.

Der Eindruck zu Beginn des 2.Aktes mit Brünnhilde und Wotan war sensationell und blieb bis zum Ende der Aufführung erhalten. Mit Iordanka Derilova und Aris Argiris standen zwei Sänger auf der Bühne, die Tochter und Gott-Vater optimal verkörperten.
Iordanka Derilova hat einen sicher geführten Sopran mit grundierter Mittellage, für die auch die tiefen Stellen kein Problem waren. Die strahlende Höhe wird von ihr perfekt erreicht. Dazu kommt ihre genaue, sensible Darstellung, die ein Geschenk für jeden Partner auf der Bühne ist.

Aris Argiris bot mit seinem kultiviert geführten Bariton einen Wotan, bei dem man aus dem Staunen nicht heraus kam. Sowohl seine kräftigen Höhen, als auch die tiefen Lagen während seiner Erzählung im 2.Akt erklangen wunderschön. Die Walkürenszene, das Gespräch mit Brünnhilde und sein Abschied von ihr im 3.Akt wurden dank seines weich geführten Baritons zu einem Ereignis.

Monika Bohinec als Fricka komplettierte den starken Eindruck des 2.Aktes. Ihre große, eindrucksvolle Mezzo-Stimme unterstützte ihr genaues Spiel einer um ihre Ehre kämpfende Ehefrau im Streitgespräch mit Wotan.

Selten habe ich die acht Walküren so optimal besetzt erleben können. Von Gerhilde (Lena Kutzner) bis Schwertleite (Nora Steuerwald) erklangen acht große Stimmen und boten ein Klangereignis der Extraklasse. Dazu wurde eine lebhafte Personenführung geboten, die keine toten Helden benötigte und jede Statik vermied. Nach diesem grandiosen Auftritt kamen aber noch Brünnhilde und Wotan zu ihrer großen Szene.

Die Zuschauer im Chemnitzer Opernhaus zeigten sich zu Recht begeistert. Denn es hatte Gelegenheit, eine optisch beeindruckende Bühnen-Erzählung mit herausragenden Sängern und dem Chemnitzer Orchester zu bewundern.


GÖTTERDÄMMERUNG

26.1.2019 | In Chemnitz ist der komplette Ring des Nibelungen entstanden. Mit vier verschiedenen Teams für Regie und Ausstattung bot die Theaterleitung unterschiedliche Ansätze für die Aufführung. Guillermo Garcia Calvo sorgte mit der Robert-Schumann-Philharmonie für eine musikalische Klammer von Wagners Tetralogie mit drei Tagen und einem Vorabend.

Mit dem Aufführungs-Team der 'Götterdämmerung' hat die Chemnitzer Theaterleitung einen Coup gelandet. Elisabeth Stöppler war für die Inszenierung verantwortlich. Ihr zur Seite standen Annika Haller (Bühne) und Gesine Völlm (Kostüme). In der letzten Zeit habe ich nicht eine so interessante und optische reizvolle Aufführung erlebt.
Der Walkürenfelsen war ein Berg aus Eis; das Feuer ringsum konnte der Kälte kaum etwas entgegensetzen. Die Gibichungen wohnen in einem noblen holzgetäfelten Haus. Nur Oberfenster lassen Licht herein; ein großes Rolltor verschließt den Weg in die Außenwelt.
Erst im dritten Akt dreht sich das Haus und offenbart Details die grausamen Realität draußen. Für das Wasser des Rheins gab es nur noch schmierige Leitungen und Plastikbehälter, mit denen sich auch die Rheintöchter begnügen müssen. Walhall beherbergt die gefallenen Helden in düsteren Kammern; kein Grund für niemanden, dorthin zu gelangen.
Während die Gibichungen sich gepflegt und schick im Innern mit Eisbärenfell und gut sortierter Bar bewegen können, sind für Außen Wetterjacken und Felle angesagt. Der Gag, einmal über den Kopf des Eisbärenfells zu stolpern, konnte sich die Regisseurin nicht verkneifen.
Die Kluft der Walküren besteht aus Lederwams und -kappe.

Die Personenführung von Elisabeth Stöppler ist genau und animiert die Personen der Handlung zu spannendem Spiel. Siegfried wird süchtig nach seinem Vergessenstrank und muß ihn sich immer wieder einflössen. Das wird ihm zum Verhängnis, als Hagen ihn daran hindert, bei seiner Erinnerungserzählung davon zu nehmen. Das wird zu einer grandiosen Leistung von Daniel Kirch als Siegfried, der grundsätzlich sehr differenziert die Situationen durch sein Spiel erklärt.
Brünnhildes Wechsel von der Liebenden zur Rachegöttin wird durch das Spiel von Stéphanie Müther ebenso deutlich. Gutrune (Cornelila Ptassek) muß sich von ihr das Fehlverhalten Siegfrieds erklären lassen. Den toten Siegfried bereitet Brünnhilde auf den Weg zu den toten Helden Wallhalls mit einer Körperreinigung vor. Hierzu ist sie sich wieder zur Walküre geworden. NIcht mehr im Gewand einer Ehefrau, sondern in Lederkluft der Walküren beendet sie ihr Werk.
Es schneit pausenlos in ihrer großen Finalszene. Ausgestattet mit einem Benzinkanister resümiert sie das Geschehen. Doch verzichtet sie auf den Weltenbrand. Zusammen mit Frauen der Handlung gibt sie ein Zeichen, wer die Zukunft besser gestaltet; auch Gutrune und Brünnhildes Mutter gehören dazu.

Stéphanie Müther gestaltet auch musikalisch die Brünnhilde einfach großartig. Sie besitzt eine große Stimme, hat Glanz in der Höhe und eine satte Mittellage. Da hat man man nie Angst, das etwas fehlen könnte. Daniel Kirch ist ein jugendlicher Siegfried. Zu den strahlenden Tenorhöhen kommen auch bei ihm die baritonal gehaltenen Lagen.
Dazu kommt, das beide durch Gesang und Spiel optimal ihre Figuren gestalten. Was will man da noch mehr.

Das Publikum verabschiedete mit besonders starkem Applaus alle Mitwirkenden.


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