Theatertipps: Schloss-Spiele Hohemlimburg

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HAROLD UND MAUDE

Die Geschichte von Collin Higgins als Film kennt so gut wie jeder; das hat sich wohl auch das Team der Hohenlimburger Schloss-Spiele gedacht und die Theaterfassung auf den diesjährigen Spielplan gesetzt. Es ist dort ein wunderbar geschichtsträchtiger Ort, wo open air im Schloss-Hof auch Theater seit langer Zeit gemacht wird; ein Dank gilt hier besonders dem Schlossherren und allen beteiligten Sponsoren und Vereinshelfern, die die alljährliche Veranstaltung ermöglichen.

Die Geschichte um die Freundschaft der alten Lady Maude und dem pubertären Harold ist eigentlich ein Kammerspiel für die Theaterbühne und mußte sich hier für die Schloss-HHoHhOFHof-Bühne im Freien als tauglich erweisen. Das Leitungsteam vom Theater an der Volme Indra Janorschke und Dario Weberg gingen das Risiko ein, welches größten Teils aufging. Der großzügige Innenraum des Schlosses wurde auf drei Bühnen und darüber hinaus so sinnvoll wie möglich genutzt, was natürlich manche Übergänge und Wege etwas zögerlich erscheinen ließen. Die Tontechnik half allen Schauspielern, daß man sie auch verstand. Den größten Anteil am Gelingen der Aufführung hatte Beate Wieser als Maude, die auf besonders sympathische Weise ihre Figur herstellte. Man verstand von ihr dazu so gut wie jedes Wort und man freute sich jedes Mal, wenn sie auf der Szene war. Der junge Alexander Denz als Harold wirkte neben ihr manchmal als zu zurückhaltend.
Regisseurin Indra Janorschke war Harolds Mutter und spielte diese ein wenig zu zickig, was vielleicht auch dem Freiluftspiel geschuldet war. Ihre Partnerin auf der Bühne war in drei verschiedenen Rollen Ariane Raspe; das war dann immer ein kleiner komödiantischer Höhepunkt der Aufführung, mußte Ariane Raspe doch immer ganz unterschiedliche Charaktere darstellen, was von ihr sehr bravourös gelöst wurde.
Michie Kleiber als Pater Finnegan war bei seinen kurzen Auftritten immer sehr präsent und es war ein Vergnügen, ihm z.B. beim stummen Szenenspiel auf dem Friedhof zuzusehen. Stefan Schroeder als Polizist dominierte mit seinen beiden Kurzauftritten; Simon Jakobi als Psychater Mathews wirkte da etwas zurückhaltender.
Ergänzend zwischen den Szenen gab es Live-Musik von Martin Brödermann und Songs gesungen von Dario Weberg. Leider hat man beide nicht gesehen. Es wäre für die Inszenierung sicherlich von Vorteil gewesen, wenn man diese beiden auch szenisch-optisch mit eingebunden hätte. Denn Musik und Gesang der Titel von Cat Stevens wurden doch sehr wohlklingend eindrucksvoll dargeboten.

Das Publikum ließ sich auch nicht durch kurze Regenschauer beeindrucken und sparte zur Premiere am 21.8.16 nicht mit für alle wohlverdienten Beifall, wurde doch das Ende von Maude von Beate Wieser sehr gefühlvoll gestaltet. Ein Zeichen, daß man bei den Schloss-Spielen nicht nur Komödie mit Schenkelklopfen, sondern auch unterhaltende Theaterstücke zum Nachdenken aufführen kann. Da hat sicherlich auch der Schlossherr gemerkt, wozu sein Anwesen doch gut ist.


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