Theatertipps: Theater Flandern Antwerpen

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CARDILLAC

2-19 | Selten wird Paul Hindemiths Oper Cardillac aufgeführt. Sie wird aber als Markstein des modernen Musiktheaters angesehen. Die Musik zeigt neue Wege, hat eine dramatische Wirkung und die Geschichte um die Morde des Goldschmieds Cardillac, der seine Kunstschätze nicht missen möchte, ist für Auge und Ohr problematisch. Zu meiner Dortmunder Theaterzeit verließen die Besucher scharenweise den Zuschauerraum.

Die Flämische Oper in Antwerpen hat aber eine grandiose musikalische und szenische Deutung erarbeitet. Unter der musikalischen Leitung von Dmitri Jurowski entwickelt das Sinfonieorchester der Oper Flandern schnell einen berauschenden Klang, der vom Chor der Oper und den Solisten vervollkommnet wird.

Die Geschichte steht und fällt mit einer szenischen Realisierung und musikalischen Umsetzung durch die Sänger. Guy Joosten war für Regie und Inszenierung in der Ausstattung von Katrin Nottrodt verantwortlich und motivierte die Sänger-Darsteller zu engagiertem, genauen Spiel und entwickelte so spannendes Musiktheater.

In einem schwarzen Bühnenraum spielte alles auf und unter einer großen Plattform mit quadratischer Öffnung; dieses Bühnenelement bewegte sich nach oben, hinten oder vorn und bot auf beeindruckende Weise neue Bilder und Möglichkeiten zur spannenden Szene. Die Lichteffekte unterstützten die phänomenale Wirkung des sich immer wieder verwandelnden Raumes.

Simon Neal gab sein Rollendebüt als Cardillac eindrucksvoll mit großer, durchschlagender Stimme. Sein intensives Spiel beherrschte dazu die Bühne und machte fast allein den Abend zu einem Ereignis.

Theresa Kronthaler als Dame und Betsy Horne als Tochter konnten als weibliche Figuren szenisch und musikalisch Akzente setzen. Ebenso die Tenöre Ferdinand von Bothmer (Offizier) und Sam Furness (Kavalier).

Diese herausragende Produktion der Flämischen Oper wird auch in seinem zweiten Haus in Gent aufgeführt, ehe es in Spanien als Kooperation mit der Oper Oviédo aufgeführt wird.

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