Theatertipps: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

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MINIME

13.2.2022 | Da hat das renommierte Berliner Theater am 29.1.22. mit dem Werk der ungarischen Autorin Kata Wéber (*1980) eine mehr als sehenswertes Uraufführung auf die Bühne gebracht: 'MiniMe' mit dem Untertitel '10 Lektionen in Unterwerfung'. Das Phänomen 'MiniMe' ist für sie Ausdruck einer Machtstruktur, bei der jemand eine Mini-Version einer anderen Person sein soll. Sie stellt sich die Frage "wem gehört die nächste Generation", wenn einem Kind das Kindsein genommen wird. Kata Wébers Ehemann Kornél Mundruczó hat die Regie der Berliner Erstaufführung übernommen.

Mutter Clau projiziert all ihre Sehnsüchte und Wünsche, die sie in der Vergangenheit selbst nicht realisieren konnte, auf Mini; ihre 10-jährige Tochter soll erfolgreiches Model werden. Eine geplante Reise zu einem Schönheitswettbewerb ist geplant, das Ziel für den Karrierestart. Mit Körperübungen wird das Mädchen darauf vorbereitet; auch optische Veränderungen gehören dazu, damit die Tochter einem Ideal-Bild entspricht.

Mini (Maia Rae Domagala) macht meist bereitwillig alles mit, was ihre Mutter Clau (Kathrin Angerer) von ihr verlangt. Doch flüchtet sie oft in ihre eigene Welt und kapselt sich durch einen Spontanschlaf ab. Das Verhältnis der Tochter zu ihrem Vater Josef (Daniel Sträßer) ist liebevoll zugewandt. Doch die Ehe der Eltern ist gestört und der Vater kann seine Tochter nicht vor den Ansprüchen der Mutter schützen. Beklemmend wirkt die Situation, wenn die Mutter ihre Tochter mit Botox spritzt und die Tochter scheinbar tot ist.

Das Stück beginnt als Filmszene. Ein Wasserpool mit Schwimmtier vor dem Haus zeugt von Kinderliebe, während im Haus die Mutter ihre Tochter auf das kommende Leben vorbereitet. Später hebt sich die Hauswand und aus dem Filmgeschehen wird Bühnenrealität. Zum Ende entweicht der reale Raum und in Nebelschwaden feiert Mini ihren Erfolg.

Das Stück benötigt zwei herausragende Darstellerinnen und findet diese in der jungen Maia Rae Domagala als Mini und Kathrin Angerer als Mutter Clau. Als ruhender, sympathischer Pol in den oft aufgeladenen Situationen wirkt Daniel Sträßer als Vater und Ehemann Josef und ist so der dritte herausragende Darsteller.

Das junge Publikum im gut besuchten Saal der Volksbühne bedankte sich für die ausgesprochen starke Inszenierung mit lang anhaltendem, kräftigen Beifall und war begeistert von einem Werk, das sicherlich seinen Weg auf weiteren Theaterbühnen finden wird.


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