Theatertipps: MUSIKTHEATER IM REVIER - Gelsenkirchen

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HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

22.6.2017 | Die Neu-Fassungen von Offenbachs phantastischer Oper nach Michael Kaye/ J.-Chr.Keck bringen für den Opernbesucher immer wieder Überraschungen. So gab es zum Spielzeitende in Gelsenkirchen eine sehens- und in französischer Sprache hörenswerte Neuinszenierung von Michiel Dijkema, der zu seiner Regie auch das Bühnenbild und somit eine gelungene Einheit schuf. Für die bunten typisierenden Kostüme gab Jula Reindell ihren phantastischen Beitrag zu einer wunderbaren Inszenierung. Die Szene schien wie ein Gemälde gestaltet.
Ohne realistische Bezüge zu den einzelnen Spielorten spielt die Handlung auf einer Schräge mit weißen Wänden im Hintergrund. Ein großer Tisch, Stühle , ein kleiner Tisch darauf beherrschen die Fläche. Dort sammelt sich die Gesellschaft, um Hoffmanns Erzählungen von seinen drei Geliebten in zu lauschen.

Zu den einzelnen Bildern senkt sich der Zwischenvorhang. Hebt er sich wieder, steht immer noch statuarisch die Gesellschaft und folgt der Geschichte, die ihnen erzählt wird. Erst langsam merkt man, daß die Herren in Gehrock, Zylinder und Gehstock nun starre Puppen sind. Den sich so anbietenden Gag läßt sich später der Regisseur nicht entgehen. Diese Figuren werden unmerklich wieder durch die Darsteller vom Chor übernommen und spenden Antonia auf einmal Beifall für ihr Lied von der Taube.
Meist auf dem Tisch spulen sich die Geschichten um Olympia, Antonia und Giulietta ab. Auf eine realistische szenische Erzählung wird meist verzichtet und öffnet so für den Zuschauer dessen eigene Phantasie. Je länger die Geschichte erzählt wird, umso spannender wird es.

Thomas Rimes entwickelte mit der Neuen Philharmonie Westfalen einen schlanken beweglichen Offenbachklang. Sein Dirigat hielt immer Kontakt zu den Sängern und konnte so die französisch-leichte Vorlage entfalten. Der wieder -warum auch immer- mit dem Extrachor erweiterte Hauschor folgte ihm.

Die ersten Akte der aufgeführten Fassung mit oft gekürzten Rezitativen hielten sich sehr an der allseits bekannten Kogel | Oeser-Vorlage; es fehlte bei Olympia die Brillen-Arie. Die Kaye|Keck-Fassung setzt den Venedig-Akt, der nach Offenbachs Tod in der Uraufführung gar nicht gespielt wurde, ans Ende der drei Geschichten.
Will man nicht zwei Pausen haben, wird häufig erst nach dem Antonia-Bild die Pause gemacht, die in einer anderen Inszenierung schon mal nach 2 Stunden Spielzeit des ersten Teils kam. Da war es in Gelsenkirchen eine gute Idee, einfach während des Antonia-Aktes nach 90 Minuten vor dem Auftritt der Mutter die Pause zu machen; nach der Pause ging es dann mit Antonia wieder weiter.

Im Venedig-Akt gab es -bei Kaye|Keck käme dann die 'Brillenarie'- doch die Diamenten-Arie und das selten gespielte Septett. Dafür fehlte dort Hoffmanns Arie von der süßen Tändelei, die Offenbach aus seinen Rheinnixen übernommen hatte; natürlich blieb die Barkarole von dort erhalten.

Die Titelpartie sang Joachim Bäckström so hell, schön und klar, daß sich allein wegen ihm der Besuch dieser Aufführung lohnt. Die musikalische Fassung ermöglicht ihm einen lyrischen Umgang mit der Partie, ohne mit deutsch-heldischem Forte auftrumpfen zu müssen.
Hoffmanns Geliebte konnten sich sehen und hören lassen. Besonders Dongmin Lee als Olympia wurde wegen ihrer Koloraturen bejubelt. Solen Mainguené als Antonia verfügte über lyrischen Schmelz; sie durfte sogar als 'schwebende Jungfrau' von Miracle verzaubert werden. Petra Schmidt gab der Kurtisane sinnliche Verführung. Bei ihrer Giulietta konnte man sehen, welches Opfer sie für den Bösewicht bringen mußte, ihr fehlte ein Auge.

Die Bösewichter brachte Urban Malmberg mit gepflegtem Helden-Bariton zu Gehör; seine strahlende Höhe war beeindruckend. Almuth Herbst war die Muse|Nicklausse. Ihrer Stimme merkte man die Brangäne noch an; Offenbachs Partie verlang elegante lyrische Führung.

Für Antonias Mutter, dramatischer Mezzo, wählte das Gelsenkirchener Haus einen Kompromiss. In Essen als Gast sang Almuth Herbst die Mutter, in Gelsenkirchen jetzt wurde Norika Ogawa-Yatake eingesetzt, die ich noch als tolle Tosca dort in Erinnerung habe. Ihr musikalische Einsatz kam über Micro aus dem off und ihre schöne Stimme konnte so mittels Regler immer gehört werden.

Das Publikum zeigte sich zu Recht begeistert; wer eine sehr interessante Deutung dieser im doppelten Sinne phantastischen Oper von Jacques Offenbach erleben möchte, sollte auf jeden Fall ins MiR nach Gelsenkirchen.


TRISTAN UND ISOLDE

13.5.2017 | Die Wagner-Aufführungen haben eine lange Tradition im wunderschönen Gelsenkirchener Haus. So kann ich mich an die 'Meistersinger' mit Manfred Schenk als Sachs erinnern, an einen Tannhäuser mit Sue Patchell oder an einen 'Tristan' mit Ursula Schröder-Feinen, die ja dort den Weg vom Extra-Chor auf die internationale Bühne gemacht hatte. Oder mit Burkhard Fritz als Parsifal, der aktuell ein allseits gefragter Sänger auch in Sachen Wagner ist.

Hausherr Michael Schulz hat sich auch schon international mit dem 'Parsifal' als Wagner-Regisseur erprobt. Nun gab es im MiR eine diskussionswürdige Inszenierung unter seiner Regie im Bühnenbild von Kathrin-Susann Brose und in den Kostümen von Renée Listerdal.
Unter der musikalischen Leitung von Rasmus Baumann bot das Orchester einen schlanken Klang ohne viel zu schwelgen; die Partitur wurde nicht zelebriert sondern sicher und klar durch Wagners grandioses Werk geführt, ohne die Sänger unnötig zu übertönen.

In der von mir besuchten Aufführung war Gerhard Siegel der Tristan, der in Bayreuth oder Dresden den Mime interpretierte. Er besitzt eine schöne, kräftige, helle Stimme die er meistens sicher einsetzte. Kleine Schwächen am Ende des 2.Aktes konnte man ihm verzeihen. Die Regie ermöglichte ihm, im 3.Akt vorn an der Rampe zu agieren und den Kontakt zum Dirigenten und der Soufflage von Heike Gierhardt, die ich übrigens in Essen mal als wunderbare Sieglinde oder Donna Anna erleben durfte, nicht zu verlieren. Rollenspiel und -Interpretation waren für Gerhard Siegel zweitrangig.

Mehr auf die gesangliche Bewältigung als auf eine durchdringende Rolleninterpretation konnte man auch bei Almuth Herbst als Brangäne feststellen. Sie setzte immer wohlklingend auch in den kräftigen Stellen ihre satte Mezzo-Stimme ein.

Die Entdeckung für mich war Yamina Maamar als Isolde. Sie gestaltete mit immer sicherem, in allen Lagen einwandfrei gestalteten Sopran ihre Rolle. Ihre Rollengestaltung war intensiv und es war ein Erlebnis, ihre Figur auf der Bühne zu verfolgen. Ihre Darstellung ist für mich die Sensation des Abends. Urban Malberg ist Kurwenal, der seine Rolle mit kräftigem, offenen Bariton sicher gestaltete. Seine Rolleninterpretation war die eines robusten, einfachen Kumpels, die er eindrucksvoll bis zu seinem Bühnentod durchhielt.

Auf gesanglichen Wohlklang konnte man sich bei Ibrahim Yesilay als junger Seemann aus dem 'off' verlassen. Sicher und eindrucksvoll ebenfalls Marvin Zobel als Melot, der seine kurzen Momente auf der Bühne ohne Fehl und Tadel gesanglich und darstellerisch bestens ausfüllte.
Jacob Eisa als Steuermann durfte viel Fechten, hatte aber mit der Mini-Partitur anfangs Probleme. Größere Probleme konnte man bei Phillip Ens vernehmen, der die intensive Partie des König Marke mit seiner eigentlich schön klingenden Bass-Stimme nicht vollständig gleichwertig interpretieren konnte.

William Saetre war der Hirt des 3.Aktes; ein alter Mann mit grauem Bart. Bereits im 1.Akt tauchte diese Figur auf dem Schiffsdeck in der ersten Etage auf; im 2.Akt war er eine weibliche Aufsichtsperson. Im 3.Akt war der Hirt so gut wie immer präsent, als ob der Tod auf sein nächstes Opfer wartet; er lauerte immer an der Grenze zwischen Weiß und Schwarz, Leben und Tod. Nach dieser Rolleninterpretation fiel es dem Zuhörer schwer zu entscheiden, warum seine lyrische Tenorstimme sehr brüchig klang; sie hatte aber auch kaum Zeit, sich zu einem Wohlklang zu formen.

Der Herrenchor des Hauses unter der Leitung von Alexander Eberle wurde durch Mitglieder des Extrachores ergänzt, damit man besonders laut die wenigen Choreinsätze im ersten Akt 'brüllen' konnte. Aber viele Leute für die Optik sind ja auch schon was.

Der Bühnenraum des 1.Aktes zeigte auf der hoch gefahrenen Unterbühne die Schiffskabine; darüber war das Schiffsdeck. Bereits hier wurde die Drehscheibe häufig eingesetzt.
Im 2.Akt gab es Dank der Drehscheibe viele Spiel-Ebenen, Spiegel, ein Schlafzimmer, in dem zuerst Kinder, dann erwachsene Personen das interpretierten, was die Hauptfiguren gefühlsmäßig durchlitten. Schön, als der Hauptvorhang sich öffnete, sah man noch die sich schnell entfernenden Füße der Beobachter. König Marke klagte in einem Saal. Die Regie bot also viel Optisches für das Auge; warum dann eine 'Weltkugel' auch dabei war, wurde nicht erklärt, vielleicht symbolisierte sie den Tag; ein Lichtermeer von Glühbirnen stand für die Nacht.
Der dritte Akt wurde optisch von einem sich nach links und rechts wandernden und sich auch öffnenden weißen 'Strich' beherrscht, der immer den Blick in die weiße Lebens-Tiefe ermöglichte; hier an der schwarz-weißen Grenze hielt sich immer der Hirt auf. Im Hintergrund vor einer weißen bis nach vorn sich ausbreitenden Stoff-Fläche stand eine schwarze Stele. Schwarze Flächen waren im Vordergrund die Abgrenzung zum Weiß.

Etwas einfallslos wirkte das Finale, wenn Isolde vor der Stele ihren Liebestod vor großem Weiß wunderschön sang. Die weiße Lebens-Fläche wurde dann von den von oben und der Seite sich schließenden schwarzen Wänden eliminiert. Schön - diesen Effekt gab und gibt es auch schon nebenan in Essen.

Nichts desto Trotz ist das eine sehens- und Dank der wunderbaren Yamina Maamar vor allem hörenswerte Aufführung.


DER FLORENTINER HUT

19.11.16 | Das MiR Gelsenkirchen ist mit seinen 'Opernausgrabungen' immer für eine Überraschung gut. Nino Rotas Komödie "Der Florentiner Hut" aus dem Jahre 1955, ergänzt von seinem späteren Miniwerk "Die Fahrschule" (1959) erlebte eine glänzende schwungvolle Premiere vor gut gelauntem Publikum. Rota, bekannt wurde er vor allem als Film-Komponist. Seine Musik kam dem begeisterten Zuhörern immer irgendwie bekannt vor, entweder aus seinen Filmen -z.B. 'Der Pate'- oder als Zitate aus alter musikalischer Stile; so kam z.B. eine Gewittermusik à la Rossini zu Ehren. Schöne große Melodiebögen oder rhythmisches Fortune; das Ohr des Zuhörers war so immer auf Entdeckungsreise.
Eugène Labiches Geschichte vom aufgefressenen Florentiner-Hut wurde für Rotas Librettisten eine Steilvorlage für ein turbulentes Geschehen und vielen skurrilen Rollen, bei der auch der Chor immer effektvoll eingesetzt werden konnte. Da ist das Ensemble des MiR prädestiniert, eine solche Vorlage umzusetzen.

Musikalisch war die verhältnismäßig sparsame Orchestrierung mit der "Neuen Philharmonie Westfalen" unter der Leitung von Thomas Rimes in den besten Händen. Der schmissige Wohlklang und die Spiellaune im Orchester wurde auf die Bühne übertragen und von Chor und Solisten weiter umgesetzt. Wie sehr der neue Chordirektor Alexander Eberle bei der Sache war, sah man immer in der ersten rechten Bühnengasse bei seinem Dirigat; aber das kannte der Opernbesucher ja schon von seinen Besuchen im Essener Opernhaus.
Auch die Solisten 'ließen sich nicht lumpen'. Allen voran Ibrahim Yesilay als Fahrschullehrer Fadinard, der auf die Schnelle eine nach der anderen in seinem Oldtimer 'flach legt'. Sein leicht ansprechender Tenor klingt auch in den dramatischen Lagen immer schön und sicher, dazu noch seine Spielfreude, was will man von einer Titelpartie mehr. Sein Schwiegervater ist ein drittklassischer Mafia-Boss und bei Joachim G. Maaß spielerisch und musikalisch 'in den besten Händen'. Besonderen Eindruck hinterließ Urban Malmberg als betrogener Ehemann Beaupertuis mit schön klingender großer Bariton-Stimme.
Von den beteiligten weiblichen Opfern der Begierde war Anke Sieloff als Besitzerin des Hutes Anaide besonders mit Stimme und Spiel immer voll präsent. Bele Kumberger ist die Mafia-Tochter Elena, die sich bei ihrem Taxiabenteuer voll ins Zeug legt; musikalisch sind bei ihr Grenzen erahnbar. Der Vater ertappt das Fräulein Tochter und zwingt sie sogleich, Ferdinand zu heiraten. Daß sie sofort einwilligt hat auch den Grund, den man im Hochzeitskleid später mit schwangeren Rundungen sieht. Noriko Ogawa-Yatake als Baronessa gelingt es nicht, Ferdinand zu einem Abenteuer zu motivieren, hat sie doch leider den falschen Hut als Tausch im Angebot. Musikalisch ist sie hervorragend; da fällt dem Zuhörer ein, daß sie auf dieser Bühne früher eine formidable Tosca war.
Bei den männlichen Mitstreitern darf man nicht vergessen, Piotr Prochera als Liebhaber Anaides zu erwähnen. Erscheinung, Spiel und Gesang sind vorbildlich. Auch fiel Marvin Zobel positiv als Korporal mit großer Stimme auf; auch er darf den Liebhaber Emilio in dieser Inszenierung darstellen.

Die Inszenierung von Sonja Trebes war genau und leitet das Ensemble zu großem, flotten Spielwitz an. Das Bühnenbild von Dirk Becker ist optisch ansprechend; die Wände lassen durch verschieben schnell in einen neuen Spielort verwandeln. Die opulenten Kostüme von Jula Reindell wirken einfach wunderschön.

Mit großem Vergnügen hat sich das Premieren-Publikum in Gelsenkirchen unterhalten. Die spontanen Lacher sind ein Beweis, daß diese selten gespielte komische Oper nicht zu unrecht wieder 'ausgegraben' wurde.


LA GIOCONDA

Dem geübtem Musikkonsumenten ist von Almicare Ponchielli eigentlich nur das Ballett "Tanz der Stunden" bekannt. Zu seiner Zeit war er auch als Komponist für das symphonische Werk bekannt und als Lehrer, der Puccini und Mascagni als seine Schüler hatte. Diese mit süßlichem Schmelz bedachte Balletteinlage aus seiner bekanntesten Oper, "La Gioconda", spiegelt aber nicht die große musikalische Linie dieses dramatischen Werkes wieder; denn es gibt dort große Arien und dramatische Szenen. Allein das ist ein Grund, dieses 1876 in Mailand uraufgeführte Werk wieder als Musiktheaterinszenierung in Erinnerung zu bringen. In Gelsenkirchen hatte man in einer ausgefallenen Aufführung Gelegenheit dazu.
Die Geschichte, die in Padua spielt, ist krude: jeder liebt eine|n andere|n. Es geht um Politik, Mord und Totschlag und die Titelheldin opfert sich. Als Vorlage galt damals ein Drama von Victor Hugo. Das Regie-Team im 'MiR' Alexandra Szemerédy | Magdolna Parditka erarbeitete aus dieser Vorlage eine zeitnahe Parabel aus Liebe, Eifersucht und Macht in einem 'totalitärem Staat', der in Fernost angesiedelt sein könnte. Das Volk jubelt mit roten Fahnen dem Herrscher Alvise zu; das Militär steht allzeit bereit. Unter einfachen Verhältnissen lebt die Sängerin "La Gioconda" mit ihrer blinden Mutter. Sie liebt den inkognito in Padua lebenden Enzo, der leider Laura, der Ehefrau des Herrschers, seit langer Zeit im gegenseitigen Einvernehmen zugeneigt ist. Laura wird daher von ihrem Mann vergiftet um im letzten Moment Dank eines Tricks der Sängerin 'La Gioconda' wieder zu erwachen; der 'Tanz der Stunden' untermalt Lauras 'Todeszeit'. Das das alles nicht gut ausgeht, dafür sorgt auch der als Spitzel agierende Bösewicht Barnaba, der eigentlich der Sängerin zugeneigt ist.
Sechs Personen werden in Stimme und Spiel gefordert. Petra Schmidt ist die Titelheldin und gestaltet das mit ihrer klaren schönen Stimme großartig; ihr zur Seite als blinde Mutter Almuth Herbst mit starkem Profil. Derek Taylor ist Enzo, der Liebhaber zwischen den Fronten. Besonders in seiner Arie kann er mit seinem sicher geführten Tenor auftrumpfen und ist eine Bereicherung auf der Gelsenkirchener Bühne. Auf höchstem Niveau bewegt sich Nadine Weissmann als Laura in Stimme und Spiel. Dong Won Seo mit großem Bass ist als Richter und Herrscher Alvise im totalitären Staat die ideale Figur. Zwischen allen Fronten bewegt sich leicht Piotr Prochera als Spitzel Barnaba und bewältigt souverän diese große dramatische Baritonpartie; vor allem mit seiner strahlenden Höhe setzt er glanzvolle Momente.
Die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Valtteri Rauhalammi untermalt und steuert das Geschehen auf der Bühne mit glanzvollen Akzenten, unterstützt vom Chor unter der sicheren Leitung von Christian Jeub. Das Publikum im sehr gut besuchten 'MiR' am Freitag, dem 13.5.16, geizte nicht mit Beifall und freute sich, wieder einer besonderen Aufführung beigewohnt zu haben.


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